bei mir ist das Regenbogenkroko von LGB angekommen. Bisher hat hier noch niemand detailliert darüber geschrieben.
Das Modell ist für Märklin Verhältnisse sehr detailliert, natürlich drängt sich der Vergleich mit der Kiss Variante auf. Bzgl. Räder und Führerstand sicher mehr Details. Während bei Kiss die Federung immer "sportlich härter" bis kaum wahrnehmbar wird, ist sie beim Kroko von MLGB butterweich, d.h. das Modell steht weitgehend eingefedert da, kann nur bei Bedarf nach unten "ausfedern". Die vielen zu öffnenden Türen und Schiebefenster sind mehr Gag als sinnvoll.
Märklin hat, was u.a. die Verpackung angeht, von Kiss abgekupfert: Bodenplatte, Styroporhaube, Klettband und Handschuhe!!! Den seitlich ausklappbaren Deckel der Kartonverpackung hat man vergessen.
Die Bodenplatte ist nicht Holzverbundplatte sondern Alu. Die Lok ist vierfach an den Drehgestellen verschraubt, nicht am Mittelteil, das hat Luft zum Wackeln und die von aussen nur gesteckten Scheiben fallen da gerne mal raus.
Nach Abschrauben der Flügelmuttern und Anheben des Modells stehen die Schraubbolzen vor, man kann das Modell nicht auf die Räder stellen.
Also Bodenplatte nur in Rückenlage sinnvoll zu entfernen.
Märklin hat sich ein Herz genommen und den Puffer um rund 2mm höher gesetzt, eine Standard-Kupplung montiert, die auch den Namen verdient. Allerdings ist der ältere Massoth Entkuppler montiert, der neuere kollidiert möglicherweise mit dem Puffer. Allerdings wurde der wohl "verschlimmbessert" und Motor und Mechanismus sind anscheinend fest verbunden. Also muss die Kupplung vor dem Entkuppeln entlastet werden, d.h. darf von den angekuppelten Wagen weder unter Zug noch Druck stehen, sonst könnte bei Klemmung der Rauch aufgehen.
Die Anleitung ist sehr spärlich ausgeführt. Der Achswechsel der mittleren Achse ist nur mit einer Explosionszeichnung dargestellt, ob man die schwarze Kappe abziehen muss, um an die Schraube zu kommen...man kann es erahnen.
Das Kroko hat den von Kiss bekannten Kinematikmechanismus. Überlange Kurbelzapfen sind erfreulicherweise nicht vorhanden, auch das Seitenspiel der Achsen hält sich in Grenzen. Vom Modus gibt es nur kein Zubehör (Leitern etc.) zum Fahren oder alles dran für die Vitrine. Es feht eine differnzierte Beschreibung, was z.B. oberhalb R3 gehen würde. Mechanisch wird wie beim Original die Blindwelle angetrieben, mal sehen wie sich das im Langzeitbetrieb bewährt.
Ein sehr gutes Detail ist das abnehmbare Dach mit Zugang der Technik (Dach wird durch Magneten gehalten).
Bei der Technik sind wir beim mfx-Dekoder. Der absolute Schwachpunkt des Modells. Eigentlich nur mit einer Märklin CS3 zu konfigurieren. Weiterhin nur 6 physikalische Funktionsausgänge, alles andere wird über einen SUSI/MLGB Bus auf die Elektronik der Basisplatine übertragen, der daher sehr umfangreich incl. Puffer ist. So werden die Servos der Panthos mit 4 adrigen Kabeln angesteuert, der Panthomechnismus ist sehr aufwändig gestaltet.
mfx heißt auch, der Sound ist nicht im Niveau von ESU oder Zimo. Auch ist es der normale mfx LGB Dekoder, bei der schweren Lok ist in Steigungen mit einem Zug bei oberhalb 3,5 A Schluss, der Dekoder wirft das Handtuch und schaltet ab.
Insgesamt macht das Modell einen guten Eindruck, ist primär im Vergleich zur Kiss Variante mechanisch mehr auf Fahrbetrieb ausgelegt, deutliche Schäche ist die Elektronik rund um den mfx-Dekoder.
Grüsse
Herby
Edited by Herbert Schneider on 03/13/2022, 11:16 AM
Ein wunderschönes Modell! Und die erfreuliche Nachricht zuerst: man kann Wagen anhängen und losfahren, ohne vorher an der Kupplung herumzuschrauben.
Leider hat sich die Abdeckung der Reedkontakte gelöst und die Fahrt blockiert. Dadurch ist eine der Kupplungen abgeraucht...😳
Dann suche ich noch die Einstellung für die Pantoservos, um die Höhe zu begrenzen.
Und die Soundeinstellung, um den "Staubsauger" i Fahrgeräusch leiser zu stellen. Cs3 habe ich erst seit kurzem..
Gruss Marcel
Nachtrag:
Anders als beim Kiss Modell mit mehreren Stiften, die zum Teil bei der Demontage kaputtgehen, lässt sich hier alles abschrauben, um die Achse zu wechseln.
Einziges Hindernis war eine zu fest angezogene 2mm Schraube an der Kurbelstangenhalterung, die ich gewaltsam entfernen musste, Gewinde nachbohren und mit 2mm Edelstahlschraube ersetzen.
Die Leitern sind in der vorgesehen Position wirklich nur für Geradeausfahrt geeignet, selbst R5 kann damit kollidieren.
Korektur:
Die Servos für die Panthos sind nur dreiadrig angeschlossen. Mal gespannt, was man mit einer CS3 einstellen kann, mit CVs ist man da schnell am Ende.
Jedenfalls ist das abnehmbare Dach eine clevere Idee. Erspart das Umdrehen der Lok um sie zu öffnen
hesch schrieb:
Korektur:
Die Servos für die Panthos sind nur dreiadrig angeschlossen. Mal gespannt, was man mit einer CS3 einstellen kann, mit CVs ist man da schnell am Ende.
Jedenfalls ist das abnehmbare Dach eine clevere Idee. Erspart das Umdrehen der Lok um sie zu öffnen
Grüsse
Herby
Jeder Servo hat nur 3 Leitungen, Plus, Minus und Impuls.
Das laß sich zuerst komisch.
Was das "Magnet-Dach" angeht, frei nach einer Hustenbonbon-Werbung : "Wer hat's erfunden" ?
KISS-CH mit seiner 704 :)
Ein Punkt mehr, der in "Anlehnung" realisiert wurde....
Gem schrieb:
Leider hat sich die Abdeckung der Reedkontakte gelöst und die Fahrt blockiert. Dadurch ist eine der Kupplungen abgeraucht...😳
Wie bitte das ? Dann ist das kein Massoth-Entkuppler, die Schwachstelle von dem alten Modell war nämlich, das er keine echte Endabschaltung hatte und bei Überstrom (echt oder vermeintlich) abgeschaltet hat, wie herby eben schreibt, nicht unter Last kuppeln/entkuppeln.
Da hat wohl MLGB selber was mit der alten Massoth-Form kreiert.....die machen ja schon lange was anderes was auch viel besser funktioniert. Genau genommen gehört diese Form ja LGB, von der DUO-Lok.
Das sieht mir aber schwer nach einem Nachbau aus, irgendwie sind die Schrauben anders (so China-like wie bei den Containerwagen) und das Gehäuse zu glatt und eckig.
Und Einzelkabel und ein andere Stecker....
Sehr mysteriös. 🤩
ME hätte auch seinen Aufkleber drauf mit Seriennummern.
ich habe nochmal bei Fertig nachgefragt, ist definitiv kein Massoth Produkt sondern ein "verschlimmbessertes" Plagiat ohne Endabschaltung. Muss also immer ohne Blockade betätigt werden.
wie bei Kiss sind die Zurüstteile beim LGB Kroko in Metall nur bei Geradeausfahrt (Vitrine) anbaubar.
Nach den Erfahrungen mit dem Kiss Kroko wollte ich zumindest die Leitern anbringen im Modus "abstehende Ohren". Später gibt es vielleicht bei den Krokos als Bastelaufgabe mal verschiebare Leitern ähnlich wie bei Bemo.
So ist die Drehgestellstellung bei R3
R3 bei angebauten Leitern
Die kleine Leiter wird einfach in ein 2mm Gewindeloch, das eigentlich für Vitrinenzurüstteile gedacht ist, geschraubt und minimal zurechtgebogen.
Bei der großen Leiter wird das vorhandene Loch, das urspünglich den Zapfen der Leiter aufnehmen sollte verwendet.
Idealerweise wird ein 2,6mm Gewinde hineingeschnitten und die Leiter nach Unterlage einer 4mm Mutter angeschraubt. 2,6mm Gewinde sind nicht mehr sehr verbreitet, man kann auch 2,5mm verwenden, nur dann die Schraube nicht zu fest anziehen.
reißt Du Dir dann nicht alles rechts und links der Anlage ab? Ich würde dann glaube lieber die Leitern ganz weg lassen. So habe ich es auch bei Kiss gemacht und die Leitern abgeschraubt. Der Lokführer muss jetzt halt springen :-)
Viele Grüße,
Sebastian
Edited by Sebastian Hochstetter on 03/17/2022, 03:21 PM
MLGB hat die Messlatte hochgelegt - aber hier (in diesem Forum) wird ja schnell mit dem Finger gezeigt, und dann muss man ehrlich sagen, ohne Fehl und Tadel ist das Modell dann ganz und gar nicht.
der Abstand zwischen Lokkasten und Vorbauten ist schon beträchtlich
dass die Schläuche unter dem Umlauf (zu den Vorbauten) im Betrieb nicht montiert werden können und die Treppen ( bei Kiss auch nicht) betriebstauglich sind - ein no go!
25 sec für einen Meter (!) - Kiss benötigt dafür 75 sec - und das ist 3 mal besser !! ( und nicht schlechter)
-in dieser Liga sollte nicht R1 default sein, sondern die Ansprüche der Profis. Soll heissen, wer R1 farhen will, soll den Umbau auf die spurkranzlosen Achsen machen und nicht der Profi die Achsen mit Spurkränzen Einbauen müssen. (Darüber muss sich der R1er nicht echauffieren - das Modell NIMMT ja im Auslieferungszustand auf SEINE Bedürfnisse Rücksicht)
Also für jemand der ein ziemlich originalgetreues Krokodil möchte definitiv ein Topmodell - wenn man eine Kiss (oder mehrere) hat, kein zwingendes Must have, da man es bei LGB auch nicht geschafft, hat die Unzulänglichkeiten, die Kiss bereits gemacht hat, zu eliminieren.
Die Herrschaften sitzen alle auf einem hohen Ross, Mails werden einfach nicht beantwortet, und Kritik verhallt.
Kiss Schweiz verkürzt zwar die Hakenlänge, dafür öffnet aber der Haken nicht. Wäre mit einer Überarbeitung (z.B. Form angelehnt an die Variante von Thend) behebbar.
Das Märklin in einem 3k teuren Modell seinen Standard mfx verbaut, der bei 3,5A schlappmacht ist grotesk. Und dann alle Funktionen jenseits der 6 FA in eine Elektronik auf der Basisplatine zu packen 😯. Gegenüber ESU LS 5XL oder Zimo MS990 ist das ein alter Hut, der Sound wurde wohl von einer Raumkosmetikerin mit Staubsauger abgemischt. Und bei der Entkupplung eine Mischung zwischen Massoth Plagiat und LGB Uralt Entkupplung einzubauen, die paar Euronen sollten schon drin sein.
Überhaupt ist doch bei der Ge 6/6 I ein größerer Schwenkbereich des Flaschenöffners gar nicht nötig, da wäre doch eine Kupplix in Metall mit Entkupplungsplatte optisch und funktionell eine saubere Lösung.
Kiss und Märklin haben bei der Ge 6/6 I eine unheimlich aufwändige Kinematik für den Vorbau implementiert um unter R3 zu kommen. Wie wäre es mit Leitern und Anbauteilen, die mit dem Drehgestell ausschwenken?
Und statt der weißen Handschuhe für den Butler, der die Lok zum Gleis trägt, hätte ich lieber einen vernünftigen Schaltplan und eine vollständige Explosionszeichnung.
Mal sehen, wie lange es dauert, bis der mfx zu sehr nervt, die Mechanik mit Antrieb über die Blindwelle durchhält und sich die Stahldrahtschleifer an den Achsen bewähren.
Hallo,
auch ich gehöre zu den "Glücklichen", denen die Kupplung abgeraucht ist. Frage: Könnte die Massoth-Kupplung 1:1 getauscht werden? (wenn sie denn wieder erhältlich ist)
Danke, Horst
ich weiß nicht, ob die Original Massoth Entkupplung mit dem Verschiebe-Flaschenöffner noch lieferbar ist. Auch passt zwar der Mini-CT Stecker, aber ob die Ansteuerung identisch ist oder MLGB da ein eigenes Süppchen auf der Basisplatine kocht, ist nicht bekannt.
Der neue Massoth Entkuppler funktioniert nach dem Entkupplerplatten-System (das Patent für die ursprüngliche Version Heyn/Fertig ist ausgelaufen) ebenso der MD Entkuppler, diese könnten mit dem Puffer kollidieren.
Ich würde sowieso eine Entkupplungslösung mit Servo vorziehen, Massoth und Co. sind wegen der limitierten Antriebsgröße mechanisch empfindlich. Metallgetriebeservos von ESU oder Bluebird sind deutlich robuster.
Also die alten ME-Entkuppler wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr neu geben.
Warum sollte man das tun wenn eine bessere Variante zur Verfügung steht ?
Das Hauptproblem war doch die fehlende mechanische Endabschaltung, die man dadurch ersetzt hat, das der Strom überwacht wurde (Anschlag = Stromerhöhung). Das ging solange gut bis der Hesteller der billigen Micromotore so schlechte Qualität lieferte (klemmende Untersetzungsgetriebe) das diese Abschaltung laufend anschlug. Diese Motore stammen aus dem Consumer-Bereich, also z.B. für Vibrations-Alarm. Wobei ich mutmaße, das die Anfänge dieser Motore, versehen mit einer Unwucht, noch aus Zeiten stammen, wo es noch garkeine Mobiltelefone gab, also ohne "-Alarm"... ;)
LGB hat anscheinend auf die Strombegrenzung verzichtet.... ;)
Bei den neuen ME-Modellen ist ein echter Schalter drin.
Eine Idee wäre, um die Mechanik zu testen, die Handversion zu kaufen, da kosten 4 stück um die 35 EUR und damit kann man mal probieren.
Was ich mir auch vorstellen könnte, das LGB auf das DUO-Lok Gebrauchsmuster gepocht hat und ME deshalb etwas ganz neues machen musste.
Der Tm2/2 von MLGB hatte damals Original-ME Entkuppler.
auf den Massoth Entkuppler zu wechseln liegt ja schon auf der Hand. Warum sollte dieser mechanisch nicht passen? Es verändert sich ja nichts am Flaschenöffner im Gegensatz zur MLGB-Variante. Also wäre das doch eher besser oder täusche ich mich? Die seitlichen Hebel für manuelle Entkupplung kann man ja abschneiden, wenn das nicht passen sollte.
wichtig ist halt zu checken, was an den Steckern anliegt ob man dort den Massoth Entkuppler gefahrlos anbauen kann.
Aber solange Garantie auf dem Modell liegt würde ich das MLGB - insbesondere beim Preis der Lok - ggf. auch mehrmals um die Ohren hauen. Im übrigen kostet der Entkuppler als Ersatzteil 21,- Euro bei MLGB.
beim aktuell verbauten Entkuppler ist Platz innerhalb des Flaschenöffners und der wird vom unteren Teil des Federpuffers genutzt. Wenn jetzt eine Entkupplungsplatte (wie beim neuen Massoth) zum Einsatz kommt, könnte es eng werden. Aber wie Mibema schon schrieb, ggf. zuerst mit der unmotorisierten Variante experimentieren.