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SBB Re 6/6

SBB Lokomotiven Re 6/6 Das Kraftpaket für die Alpen Foto-Gallerie 1969 bestellten die SBB bei SLM/BBC vier Prototypen einer neuen, besonders leistungsfähigen Lokomotivgeneration für Güter- und Personenverkehr auf den steilen Rampen von

Von Andreas Cadosch4 Min. Lesezeit

SBB Lokomotiven Re 6/6

Das Kraftpaket für die Alpen

Foto-Gallerie

1969 bestellten die SBB bei SLM/BBC vier Prototypen einer neuen, besonders leistungsfähigen Lokomotivgeneration für Güter- und Personenverkehr auf den steilen Rampen von Gotthard und Simplon. Vorgesehen war eine sechsachsige Maschine mit drei zweiachsigen Drehgestellen (Bo’Bo’Bo’), im Unterschied zur älteren Ae 6/6 mit zwei dreiachsigen Drehgestellen. Die ersten beiden Lokomotiven 11601–11602 erhielten einen geteilten Lokkasten mit Gelenk, um Gefällsbrüche beim Übergang in Steigungen/Ebenen besser zu bewältigen. Das Gelenk wirkt nur vertikal und verbessert nicht die Kurvengängigkeit. Ab 11603–11604 und bei allen Serienloks entfiel das Gelenk. Drehgestelle und Achsen besitzen jedoch Seitenspiel. Die Re 6/6 wurden 1975–1980 (zunächst grün) in Dienst gestellt, leisten bis zu 10’600 PS und gehören auch heute zu den stärksten Lokomotiven im Schweizer Netz. Äusserlich ähneln sie Re 4/4 II/III, die Führerstände wurden in der Bedienlogik übernommen, erhielten aber von Anfang an Rückspiegel auf beiden Seiten.

Aufbau und Technik

Der mechanische Teil besteht aus einem durchgehenden Lokkasten, der sich über Schraubenfedern auf die drei Drehgestelle abstützt; eine Querkupplung steuert die Auslenkung in Kurven, die Tiefzuganlenkung optimiert die Rad/Schiene-Kräfte. Zwei Transformatoren versorgen sechs Fahrmotoren; die Spannung wird mit einem 31-stufigen Hochspannungsstufenschalter geregelt. Die maximale Zugkraft am Rad beträgt 394 kN, die Dauerzugkraft 234 kN. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h. Die kräftige elektrische Bremse speist Bremsenergie zurück ins Netz und erleichtert die Zugführung im Gefälle.

Einsatz und Entwicklung

Mit Revisionen erhielten die Loks eckige Scheinwerfer und das rote SBB-Farbkleid. Vor der Trennung von Personen- und Güterverkehr waren Re 6/6 u. a. in Lausanne, Erstfeld und Bellinzona stationiert; sie führten neben langen Güterzügen auch schwere Reisezüge bis 800 t auf 26–27 ‰ in Einfachtraktion über Gotthard und Simplon. Heute sind alle Maschinen SBB Cargo zugeteilt und nicht mehr vor Personenzügen anzutreffen. Üblich ist die Doppeltraktion mit einer Re 4/4 II/III (ausnahmsweise auch einmal Re 6/6 + Re 6/6) dieses Gespann erreicht dann rund 21’200 PS. Nach Revisionen erschienen die Loks im blau/roten Cargo-Design und wurden als Re 620 bezeichnet.

Die Lok 11638 «St-Triphon» wurde nach einem Unfall in Saxon im Februar 1990 nicht merh repariert und ausrangiert.

Bestand / Verbleib

89 gebaut (11601–11689; 11638 ausgemustert 1990), heute als Re 620 bei SBB Cargo im Einsatz, einzelne abgestellt/verschrottet, die verbliebenen im Cargo-Design.

Lasttabelle SBB Re 6/6

Steigung

Strecke

Anhängelast

Bemerkung

27 ‰

Gotthard / Simplon

bis 800 t

Einfachtraktion

Technische Daten SBB Re 6/6

typenbild_re6_6_tn.jpg

Bezeichnung

Re 6/6 neu Re 620

Inbetriebsetzung

1975–1980

Höchstgeschwindigkeit

140 km/h

Länge über Puffer

19 310 mm

Breite

2 950 mm

Dienstgewicht

120 t

Achsanordnung

Bo’Bo’Bo’

Spurweite

1 435 mm

Fahrleitungsspannung

15 kV ~ 16,7 Hz

Leistung am Rad

7 434 kW / 10’600 PS

Zugkraft

max. 394 kN / Dauer 234 kN

Anhängelast

bis 800 t auf 27 ‰ (Gotthard/Simplon)


Triebfahrzeug Nummern und Namen

11601 Wolhusen

11623 Rupperswil

11646 Bussigny

11668 Stein-Säckingen

11602 Morges

11624 Rothrist

11647 Bex

620069 Hägendorf

11603 Wädenswil

11625 Oensingen

11648 Aigle

11670 Affoltern am Albis

11604 Faido

11626 Zollikofen

11649 Aarberg

11671 Othmarsingen

11605 Uster

11627 Luterbach-Attisholz

11650 Schönenwerd

11672 Balerna

11606 Turgi

11628 Konolfingen

11651 Dornach-Arlesheim

11673 Cham

11607 Wattwil

11629 Interlaken

11652 Kerzers

11674 Murgenthal

11608 Wetzikon

11630 Herzogenbuchsee

11653 Gümligen

11675 Gelterkinden

11609 Uzwil

11631 Dulliken

11654 Villeneuve

11676 Zurzach

11610 Spreitenbach

11632 Däniken

620055 Cossonay

11677 Neuhausen am Rheinfall

11611 Rüti ZH

620033 Muri

11656 Travers

11678 Bassersdorf

11612 Regensdorf

11634 Aarburg-Oftringen

11657 Estavayer-le-Lac

11679 Cadenazzo

11613 Rapperswil

11635 Muttenz

620058 Auvernier

11680 Möhlin

11614 Meilen

11636 Vernier-Meyrin

11659 Chavornay

11681 Immensee

11615 Kloten

11637 Sonzeboz-Sombeval

620060 Tavannes

11682 Pfäffikon SZ

11616 Illnau-Effretikon

11639 Murten

620061 Gampel-Steg

11683 Amsteg-Silenen

11617 Heerbrugg

11640 Münchenstein

11662 Reuchenette-Péry

11684 Uznach

11618 Dübendorf

11641 Moutier

11663 Eglisau

11685 Sulgen

11619 Arbon

620042 Monthey

11664 Köniz

620086 Hochdorf

11620 Wangen bei Olten

11643 Laufen

620065 Ziegelbrücke

62087 Bischofszell

11621 Taverne-Toricella

11644 Cornaux

11666 Stein am Rhein

11688 Linthal

11622 Suhr

11645 Colombier

11667 Bodio

11689 Gerra-Gambarogno

Video - Die stärkste Lokomotive der Welt


Die Re 6/6 wird als Lokomotive für Reisezüge über den Gotthard und für schwere Güterzüge konstruiert. In der Montagehalle Zürich-Oerlikon erhält sie ihre elektrische Ausrüstung. Nach gründlichen Kontrollen startet die Re 6/6 zu ersten Probefahrten. Video vom Schweizer Fernsehen sf

YouTube

Bestand/Verbleib SBB Re 6/6 (Re 620)

89 gebaut (11601–11689) noch ca. 70 Loks aktiv (Stand 2025).
Einsatz: Die meisten verbliebenen Maschinen sind bei SBB Cargo, eine ist bei RailAdventures

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