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SBB Re 460

Zur Foto-Gallerie Einführung 1992 konnte die erste Lokomotive des Typs Re 460 von der SBB übernommen werden. Die Beschaffung der neuen Lokomotive, erfolgte im Rahmen des Konzeptes Bahn 2000. Erstmals wurde für eine grosse Lokserie der SBB

Von Andreas Cadosch8 Min. Lesezeit


Einführung 1992 konnte die erste Lokomotive des Typs Re 460 von der SBB übernommen werden. Die Beschaffung der neuen Lokomotive, erfolgte im Rahmen des Konzeptes Bahn 2000. Erstmals wurde für eine grosse Lokserie der SBB kein Prototyp mehr hergestellt, sondern es begann sofort mit der Serienablieferung. Erkenntnisse und Fehler wurden immer umgehend in der laufenden Produktion geändert. Wie exotische Früchte, das Produkt reift beim Kunden...
Wie bei den SBB üblich, mussten auch diese Lokomotiven für alle Topographischen und Geschwindikeitsspezifischen Eigenschaften der Schweiz ausgelegt sein. Sie muss in der Lage sein die hohen Geschwindigkeiten im Reisezugverkehr zu erreichen und grosse Lasten über die Bergstrecken von Gotthard und Lötschberg zu befördern.

Konstruktion Der mechanische Teil zeichnet sich durch viele neue Komponenten und Materialien aus. Der Lokkasten ist selbsttragend, aus vollverschweisstem Stahl und zwecks Erhöhung der Stabilität mit gerippten Seitenwänden versehen. An den Lokkasten sind erstmals im Schweizer Lokomotivenbau, Führerstandskabinen aus GFK (Glasfaserverstärktem Kunststoff) geklebt worden. Dadurch konnte eine Gewichtseinsparung von über 800 kg gegenüber einer herkömmlichen Stahlkonstruktion bei gleicher Stabilität erreicht werden.
Abgestützt auf die Drehgestelle wird der Lokkasten über Federn, die hoch in die Seitenwände führen. Dies vermindert die Kippbewegung in Kurven.
Durch die Verwendung von Radial einstellbaren Radsätzen in den Drehgestellen, die Radsätze können sich über Schieblager den Radien anpassen, konnte der Verschleiss von Rad und Schiene bei Kurvenfahrt gegenüber herkömmlichen Drehgestelllokomotiven drastisch gesenkt werden.
Eine Neuheit im Lokomotivenbau stellten auch die PMS dar. Die Re 460 Lokomotiven verfügen nicht wie herkömmliche Lokomotiven über eine grosszügig konzipierte Klotzbremsanlage, sondern nur über eine stark wirkende elektrische Bremse die bis fast in den Stillstand wirkt. Durch das fast gänzliche fehlen von Bremsklötzen musste eine alternative für die Festellbremse gefunden werden. Die Lokomotiven sind mit Permanent Magnet Schienbremsen PMS zwischen den Achsen ausgerüstet. Anders als eine Magnet Schienenbremse, deren Pole mit elektrischem Strom während des Gebrauchs erregt werden, sind bei den Re 460 Permanent Magnet Bremsschuhe im Einsatz.

Bedienung UIC konform sind die druckdichten Führerstände mit je zwei Einstiegstüren ausgestattet. Durch diese gelangt man zu dem klimatisierten, modernen und ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz des Lokomotivführers. Im Führerstand wurde ein völlig neuer, nach dem Designer Horwath konzipierter Arbeitsplatz geschaffen. Die Lok wird über grosse Schieberegler und Diagnose Bildschirme gesteuert. Alle Befehle werden von Rechnern umgesetzt und ausgeführt. Über zwei geheizte, ausklappbare Rückspiegel in jedem Führerraum, ist das beobachten des Zuges während der Fahrt möglich.

Nach der anfänglichen freudigen Euphorie über die neuen Führerstände, machte sich bei den Lokomo- tivführern bald Ernüchterung breit. Der neue Arbeitsplatz erwies sich in der Praxis nicht annähernd so gut, wie es das futuristische Aussehen erhoffen liess. Nicht wenige Lokomotivführer wünschten sich wieder den bewährten Führerstand der Re oder NPZ Familie zurück. Zur Kritik Anlass gaben die anfänglich als Errungenschaft ge- priesenen Schieberegler. Es stellte sich heraus, dass es sehr unangenehm ist, einen grossen Schieberegler zum Beispiel für die Einstellung der Sollgeschwindigkeit zu Bedienen. Denn zum Schie- beregler muss auch der ganze eigene Arm bewegt werden und dies hat sich vor allem beim einstellen kleiner Geschwindigkeitsänderungen als fast unmöglich erwiesen.



Bild oben Sicht aus dem Führerstand einer SBB Re 460 (Foto Cadosch)

Mit der Zeit haben sich die Lokomotivführer arrangiert und Möglichkeiten gefunden, wie sie mit der Bedienung klar kommen können. Man stützt die Hand auf dem Schwenkarm ab und verschiebt nur mittels des Daumens den Regler. So ist es möglich auch kleinere Geschwindigkeitsänderungen am Schieberegler einzustellen.

Alle Lokomotiven sind mit dem Integra/ZUB 121 Zugssystem und dem Europäischen Zugsich- erungssystem ETCS ausgerüstet, dass den Einsatz der Lokomotive auf Strecken mit Führerstandssignalisation erlaubt. ETCS liefert dem Lokomotivführer alle relevanten Informationen auf ein Display im Führerstand. Über eine GSM-R Datenleitung, werden die Fahrerlaubniss, Anzeige der Höchstgesch- windigkeit, Neigungsanzeigen, Schutzstrecken u.a. in einer wählbaren Streckenvoraussicht bis 32000 m über- mittelt und angezeigt.
Bild links, zeigt ein ETCS Display in aktivem Zustand. 8000m Streckenvoraussicht, Fahrerlaubnis vorhanden, V soll 200 km/h, V ist 200 km/h, mit Level 2 und im FS Modus (Full Supervision)

Traktionstechnik Die elektrische Ausrüstung der Lokomotive wurde von ABB in Umrichtertechnik mit Drehstrommotoren und abschaltbaren Leistungsthyristoren (GTO) realisiert. Das Prinzip beruht auf dem drei Phasen Drehstromantrieb. Der Einsphasenwechselstrom aus der Fahrleitung, wird nach dem Gleichrichten in der Lokomotive, von Wechselrichtern zu Drehstrom verarbeitet und den Motoren zur Verfügung gestellt. Mit variabler Spannung und Frequenz lassen sich Leistung und Geschwindigkeit stufenlos variieren. Die Lok verfügt über eine elektrische Rekuperationsbremse mit sehr grossem Wirkungsgrad, fast die ganze Bremsenergie die bei der Talfahrt entsteht kann als Nutzenergie ins Fahrleitungsnetz zurück gespiesen werden. Die Elektrische Bremse ist so effizient, dass sie fast bis zum Stillstand der Lokomotive wirkt. Im Maschinenraum befindet sich das Kraftwerk der Lokomotive.

Die 119 Lokomotiven wurden nach einem neuen Bezeichnungsschema als Re 460 bezeichnet. Wie damals schon bei den Re 4/4 II Lokomotiven erwarb auch die BLS Lötschbergbahn eine Variante dieser Maschine. Die Re 465. Sie ist im Prinzip den SBB Lokomotiven ähnlich. Unterscheidet sich aber im wesentlichen im Antrieb, sorgen doch bei der BLS Maschine 4 Antriebsblöcke für eine Leistung von fast 7 MW anstelle der SBB Maschine mit nur 6 MW. Auch verlangte die BLS, dass ihre Maschinen mit anderen Lokomotiven gekuppelt werden können und von diesen auch Fernsteuerbar sein müssen. Die SBB Lok hingegen ist nur mit Re 460 und Re 465 unter sich fernsteuerbar.

Werbung Mit den Re 460 Lokomotiven, wurde marketingmässig in der Schweiz bei Vollbahnen erstmals ein Weg in eine neue Richtung begangen. Die Vermarktung von Eisenbahnfahrzeugen für Werbezwecke. Die grossen fensterlosen Seitenflächen der Maschinen und das moderne Design bewog Werber dazu, die Möglichkeit zu nutzen und für Ihre Kunden mit den unterschiedlichsten Produkten Werbung in einer neuen Dimension zu betreiben. Das Fotofilm Unternehmen AGFA war eines der ersten Unternehmen, die eine Lokomotive des Typs Re 460 als Werbeträger (miss) brauchten und einer Maschine ein neues Outfit verpassten

Einsatz Heute sind alle Lokomotiven der Divison Personenverkehr zugeteilt. Im Einsatz vor allem als Triebfahrzeug für Pendelzüge mit EW IV oder IC 2000 Dosto Wagen. Nach mehreren Anpassungen im Bereich der Getriebe sind sie nun in der Lage, die auf der NBS geforderte Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zu fahren. Aber auch am Gotthard übernehmen sie Leistungen im leichten und schweren Reiseverkehr wie mit den CISALPINO EC Zügen Canaletto und Cinque Terre. Die mit 650 t fast die Leistungsgrenze der Re 460 erreichen.

6 MW Leistung, 13 Wagen und 650 t am Zughaken - ein Traum jedes Eisenbahnfans


Technische Daten

typenskizze_sbb_re460_tn.jpg

Bezeichnung

Re 460

Achsanordnung

Bo'Bo

Inbetriebsetzung

1992

Anzahl Fahrzeuge

119

Bezeichnung

Re 460

Leistung

6,1 MW oder 8300 PS

Spurweite

1435 mm

Länge über Puffer

18.500 mm

Breite

3.000 mm

Dienstgewicht

84t

Normallast

700t

Fahrleitungsspannung

15 kV, 16,7 Hz

Anzahl Fahrmotoren

4

Betriebsnummern

460 000 - 460 118

Fahrzeugnamen

460 000-3 Grauholz

460 001-1 Lötschberg

460 002-9 Seeland

460 003-7 Milieu du Monde

460 004-5 Uetliberg

460 005-2 Val d'Anniviers

460 006-0 Lavaux

460 007-8 Junior

460 008-6 La Gruyère

460 009-4 Le Jet d'eau

460 010-2 Löwenberg

460 011-0 Léman

460 012-8 Erguël

460 013-6 Nord Vaudois

460 014-4 Val-du-Trient

460 015-1 uf u dervo

460 016-9 Rohrdorferberg Reusstal

460 017-7 Les Diablerets

460 018-5

460 019-3 Terre Sainte

460 020-1

460 021-9

460 022-7 Sihl

460 023-5 Wankdorf

460 024-3 Doris Leuthard

460 025-0 Striegel

460 026-8 Fricktal

460 027-6 Joggeli

460 028-4 Seetal

460 029-2 Eulach

460 030-0 Säntis

460 031-8 Chaumont

460 032-6

460 033-4

460 034-2 Aare

460 035-9

460 036-7 Franches Montagnes

460 037-5 Sempacher See

460 038-3 Hauenstein

460 039-1 Rochers-de-Naye

460 040-9 Napf

460 041-7 Mendrisiotto

460 044-1 Zugerland

460 045-8 Rigi

460 046-6 Polmengo

460 047-4 Maderanertal

460 048-2 Züri Wyland

460 049-0 Pfannenstiel

460 050-8 Züspa

460 051-6 Staffelegg

460 052-4 Eigenamt

460 053-2 Suhrental

460 054-0 Dreiländereck

460 055-7 Lillehammer

460 056-5

460 057-3 Val-de-Ruz

460 058-1 La Côte

460 059-9 La Béroche

460 060-7 Val-de Travers

460 061-5 Wiggertal

460 062-3 Ergolz

460 063-1 Brunegg

460 064-9 Mythen

460 065-6 Rotsee

460 066-4 Finse

460 067-2 Hohle Gasse

460 068-0 Gütsch

460 069-8 Verkehrshaus

460 070-6

460 071-4 Mittelland

460 072-2 Reuss

460 073-0 Monte Ceneri

460 074-8

460 075-5 Schafmatt

460 076-3 Leventina

460 077-1 Chunnel

460 078-9 Monte Generoso

460 079-7 Weissenstein / Morgenstraich

460 080-5 Tre Valli

460 081-3 Pfänder

460 082-1 Ceresio

460 083-9

460 084-7 Helvetia

460 085-4 Pilatus

460 086-2 Ägerisee

460 087-0 Säuliamt

460 088-8 Limmat

460 089-6 Freiamt

460 090-4 Goffersberg

460 091-2 Werdenberg

460 092-0 Fridolin

460 093-8 Rhein

460 094-6 Rätia

460 095-3 Bachtel

460 096-1 Furttal

460 097-9 Studenland

460 098-7 Balsberg

460 099-5 Bodensee

460 100-1 Tösstal

460 101-9 Magic Ticket

460 102-7 Lägern

460 103-5 Heitersberg

460 104-3 Toggenburg

460 105-0 Fürstenland

460 106-8 Munot

460 107-6 Glärnisch

460 108-4 Engadin

460 109-2 Alpstein

460 110-0 Mariaberg

460 111-8 Kemp

460 112-6 Thurtal

460 113-4 Irchel

460 114-2 Circus Knie

460 115-9 Heidiland

460 116-7 Ostschweiz

460 117-5 Zürichsee

460 118-3 Gotthard/Gottardo

Ähnliche Lokomotiven Die Re 460 gehört zu den erfolgreichsten Produkten, das die Schweizer Lokomotivenindustrie je gebaut hatte. Sowohl im In- und Ausland ist es SLM und ABB gelungen, nebst den Maschinen für die SBB und BLS, auch mehrere Exemplare an ausländische Bahnen zu liefern. So besitzen auch die Finnischen Staatsbahnen, die Norwegischen Staatsbahnen und die Kowloon Canton Railways Corporation in China Lokomotiven dieses Typs.

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