Keine Funktion versaut die Lok. Auch "Zylinderdampf" nicht. Einerseits weil sich kein Hersteller es sich erlauben könnte, dass ein Modell dadurch Schaden nimmt und andererseits, weil Dampföl kein Oel ist. Der korrekte Ausdruck wäre Dampfdestillat.
Seute und LGB sind dafür die bekannteren Hersteller, aber auch ESU und KM 1 haben welches, Selbstverständlich darf in eine KM1 Lok nur KM1 Destillat und in einer ESU (?) Lok, nur ESU Destillat gefüllt werden. Dies aus dem einfachen Grund, weil jeder Hersteller SEIN Destillat anbieten will und bei Garantieansprüchen immer gleich fragt, welches Destillat wurde verwendet.
Destillat, das einmal daneben geht, verdunstet meistens restlos, so dass keine Rückstände bleiben. Jedoch sollte trotzdem kein Destillat auf die Elektronik des Smokers kommen, denn eben weil es kein Öl ist, es nicht isolierend, sondern leitend ist und dann beim Einschalten eine Kurzschluss verursachen kann. Im Tank jedoch ist es kein Problem.
Interessant ist ja auch die Tatsache, dass LGB das Destillat als Dampf und Reinigungsflüssigkeit anbietet.
Wichtig ist, dass das Destillat einen kleinen Anteil an Oel hat, damit kann es die Welle des Smokerventilator schmieren und kann das Quietschen verhindern.
Als echte Motivation für Zylinderdampf steh für mich immer noch an 1. Stelle das KM+ Video zu Dynamic Smoke.
Übrigens ist auch ein Parallelbetrieb Echtdampf/Elektrisch problemlos möglich. Die Modelleisenbahner Pfannenstiel belegen das seit Jahren.
Andreas
#3 · Herbert Schneider12.02.2019, 18:16
Hallo,
wobei es eine Ausnahme gibt:
der Brawa G4/5 bekommt Dampfdestillat nicht sehr gut, bzw. ihrem Plastik.
Grüsse
Herby
#4 · Becker Michael 12.02.2019, 19:50
Also sog. "Dampfdestillat" ist zwar kein Öl im Sinne von Schmieröl, aber es ist Steinöl oder mit seinem lateinischen Namen eher bekannt, PETROLEUM.
In diesem Sinne auch leicht schmierend und reinigend, daher nennt LGB und Fa. Weis sein SR24 auch Reinigungsöl. Messinggleis läßt sich gut damit reinigen, macht es aber rutschig.
Man kann in den normalen Raucheinsätzen ruhig "stink-normales" Petroleum nehmen, wenn einen der Geruch nicht stört. Sog. Dampföl ist einfach hoch-destilliert (es ist destilliert und dient nicht zum Destilieren, daher der Name "Dampf-Destillat")
Als kleiner Junge mit wenig Taschengeld war das eine feine Sache, heute leiste ich mir lieber das feinere Öl weil es weniger riecht. Wobei heutiges Petroleum auch weit höher destilliert ist als früher, das war schon etwas heftiger...kaputt gegangenn ist mir damit ein Einsatz noch nie.
Unterschiede gibt es nur in der Konsistenz, SR24 ist sehr dünnflüssig, SEUTHE-Öl ist eher dicker und ich meine das es auch länger damit dampft.
Für Innenräume auf jeden Fall nicht geeignet, bei den Mengen die LGB-Modelle ausstoßen.
Viele Grüße
Michael
P.S. Dampfdestillat ist brennbar ! Schon das zeigt auf einen hohen Anteil von Petroleum.
#5 · Becker Michael 12.02.2019, 20:06
Falls es jemand nicht glaubt, es steht drauf. zumindestens auf den Ampullen für den US-Markt "contains petroleum destillate" schon seit LGB-Nürnberger Zeiten.
Das hieß früher mal "Paraffin-Öl".
Das "saubere" Dampfdestillat ist vor allem ent-aromatisiert, also frei von schädlichen Aromaten (Kohlenwasserstoffen).
Nicht gesund, aber weniger ungesund.....
Und der Grund, warum es kein schwarzes Rauchöl gibt, dafür müsste Ruß hinein, kaum vermittelbar im Zeitalter von RoHs und REECH-Verordnung ;)
Michael
#6 · Velimirovic Nikola 13.02.2019, 08:26
Hallo,
danke für die ermutigenden Infos! Dann kann ich den Zylinderdampf in meine "Projektplanung "aufnehmen. Der Dampfausstoss der BR95 im Video entspricht in etwa dem, was meine BR64 mit dem ESU Dampfentwickler erzeugt.
Gute Frage bleibt, mit welchem Trick erreicht KM1 diese Menge an Dampf!.
Wobei ich mich auch frage, wie lange, weil der Tank meines ESU Dampfentwicklers relativ schnell leer wird.
Die BR95 mit ihrem gigantischen Kessel bietet natürlich Platz für einen Zusatztank...
Bin gespannt ob der Doppeldampferzeuger von ESU zusammen mit deren Decoder eine unabhängige Steuerung bietet, damit man beim Anfahren zuerst die Zylinderentwässereung ordentlich durchpustet und dann mehr in den Schornstein gibt...
Nik
#7 · Becker Michael 13.02.2019, 09:36
Also das Prinzip der meisten "gepulsten" Dampferzeuger ist folgendermaßen: Ein oder 2 Heizwiderstände werden mit einem Dochtgeflecht umwickelt, was in das Destillat getaucht ist. Bei den Massoth Verdampfern sind das normale Widerstände, die aber total überlastet werden. Den Puls macht dann ein kleiner Ventilator, weil die Asteuerung der Widerstände zu träge wäre.
Dadurch, das der Ventialtor den Dampf wegpustet, ist die Gefahr des wieder-Kondensierends gering, ganz im Gegensatz zu den nornmalen Dampfeinsätzen, da kondensiert das Zeug üblicherweise bereits am Schornsteinrand, findet dann auch gelegentlich den Weg in die Lok. Normalerweise ist darunter nichts verbaut, bei meinen Mallet-Loks musste ich den Dekoder aber vorne in die Rauchkammer bauen, alles andere war bereits von der Sound-Elektronik verbaut. Zum Schutz gegen dieses Dampföl habe ich dann Schrumpfschlauch drübergezogen.
Petroleum, also auch Dampföl ist absolut isolierend, es wäre nicht schlimm wenn es auf oder in die Elektronik dringt. Bloß da diese dann leicht klebrig bzw. fettig ist, besteht die Gefahr das sich Dreck-Partikel dort festsetzen, die dann leitend sind. Bei gereinigten Messingleisen ist das egal, irgendwo trifft immer ein Schleifer oder Spurkranz noch auf Kontakt und in der zweiten Runde ist das dann weg.
Der BRAWA Kunststoff scheint einer der wenigen zu sein, der tatsächlich angelöst oder versprödet wird. Es ist halt auch ein Lösungsmittel, wenn auch ein sehr mildes. Da gibt es ja einschlägige Erfahrungen.
Viele Spaß weiterhin,
Michael
#8 · Becker Michael 13.02.2019, 09:38
veni schrieb:
Wobei ich mich auch frage, wie lange, weil der Tank meines ESU Dampfentwicklers relativ schnell leer wird.
Nik
Wieviel geht da rein ? im MAssoth Verampfer sind optimal 6ml, maximal 10ml drin. Und das reicht immerhin 10-15 Minuten.
Das merke ich immer dann, wenn ich Abends einpacken will und der Dampf einfach nicht aufhören mag.... ;)
#9 · Velimirovic Nikola 13.02.2019, 09:50
Hallo Michael,
ja, die Funktionsweise des gepulsten Verdampfers ist mir wohl bekannt, ich habe das Ding auch neugiershalber mal zerlegt...
Die Seuthe Verdampfer, die den Dampf eher ausspucken, habe ich alle ausgebaut, weil ich die kleinen Spuckflecken am Kessel nicht mochte und in der freien Natur auch kaum der Rauch sichtbar war. Wegen dieser Spuren, wie ich sie von Seuthe kannte, habe ich auch die Frage am Anfang von diesem Thread gestellt.
Aber wahrscheinlich ist es so wie du schreibst, dass durch die andere Art der Dampferzeugung beim gepulsten Verdampfer diese Kondensation an den Lokteilen nicht stattfindet. Die Laufzeit des Verdampfers mit vollem Tank kann ich erst draußen mit der Stoppuhr messen, subjektiv kam mir das weniger als 10 Minuten.
Wobei das natürlich davon abhängt, wie man das am ESU Decoder programmiert, weil sicherlich gilt: je mehr Dampf, umso kürzer die Laufzeit....In der BR 64 ist jedenfalls kein Platz für einen Zusatztank...
Nik
#10 · Günter Kreher13.02.2019, 17:14
@ Andreas
...wenn wir schon beim Thema sind ...,
Welches "Zeug" verträgt sich denn am besten mit den in den KISS-Maschinen verbauten Dampferzeugern ?
Man hat mir mal das von KM1 empfohlen. Andere meinten, DAS solle ich auf keinen Fall reinschütten.
Danke für die Antwort.
#11 · Andreas Cadosch 13.02.2019, 17:30
Kiss Modellbahnen verbaut ESU Smoker - empfiehlt daher ESU Destillat.
Andreas
#12 · Hanses Peter17.02.2019, 09:39
Eigentlich hat mich das Thema nicht interessiert, meine Scaletta betreibe ich von Anfang an mit KM1, jetzt "quietscht" der Verdampfer im Betrieb.
Ist schon seltsam, weil das Geräusch vom Motor her rührt.
Die Kiss "Engadin" mit normalem Verdampfer kennt das Problem nicht, da raucht's nur ordentlich.
Kann es da eine Verbindung zu den sich drehenden Teilen geben?
Ich scheue mich vor dem Ausbau des Verdampfers ...
Peha
#13 · Andreas Cadosch 17.02.2019, 10:01
Ist ein Phänomen, dass auch bei (m)einer KM-1 BR 44 auftritt. Der Kiss Kundendienst hat mir empholen, nur ESU Destillat zu verwenden, das Problem sollte dann weniger auftreten und könnte sogar wieder verschwinden.
Andreas
#14 · Becker Michael 17.02.2019, 10:36
Also so sieht der ME-Verdampfer innen aus, und der ESU ebenso:
Auf Kopf gesehen. Irgendwie geht der Dampf dann schon am Motor vorbei, aber ob er davon geschmiert wird kann ich nicht sagen. Der Motor ist so ziemlich das billigste was man sich vorstellen kann....
Michael
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#15 · Günter Kreher17.02.2019, 10:44
Was heißt "ME-Verdampfer" ?
#16 · Becker Michael 17.02.2019, 10:48
RhB2010 schrieb:
Was heißt "ME-Verdampfer" ?
Massoth Elektronik....sorry.
Michael
#17 · Velimirovic Nikola 10.08.2026, 15:12
Hallo,
ich habe noch kein Lokmodel mit Zylinderdampf.
Es würde mich interessieren, ob die Zylinderdampf-Funktion die Lok mittelfristig die Lok nicht "versaut"?
Jaja, die live-steam Fahrer sind es gewöhnt und manche mögen eine ölige Lok richtig "sexy" finden, aber ich würde das nicht unbedingt begrüßen.
Während der "Dampf" aus dem Schornstein nach oben steigt und beim gepulsten Verdampfer die Lok nur marginal berührt,(siehe z.B. ein älteres video von mir:
YouTube ), dürfte sich der Zylinderdampf ziemlich um die Lok schleichen... und könnte doch auf deren Teilen wieder zum Öl kondensieren, oder?
Hat jemand schon praktische Erfahrung damit?