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RhB Be 4/4 511-516

Mit dem wachsenden Regionalverkehr in der Agglomeration Chur sowie im Domleschg und Prättigau stießen die vorhandenen Fahrzeuge zunehmend an ihre Grenzen. Häufig mussten noch ältere Lokomotiven mit zweiachsigen Wagen eingesetzt werden.

By Andreas Cadosch2 min read

Churer Pendel

Geschichte Mit dem wachsenden Regionalverkehr in der Agglomeration Chur sowie im Domleschg und Prättigau stießen die vorhandenen Fahrzeuge zunehmend an ihre Grenzen. Häufig mussten noch ältere Lokomotiven mit zweiachsigen Wagen eingesetzt werden. Anfang der 1970er-Jahre beschloss die Rhätische Bahn daher, nach dem Vorbild der SBB im Raum Zürich ein neues Konzept für den Nahverkehr zu entwickeln, um den Betrieb effizienter und kundenfreundlicher zu gestalten.

Konzept Die neuen Fahrzeuge sollten speziell für den schnellen Fahrgastwechsel konstruiert sein und über ein hohes Beschleunigungs- und Bremsvermögen verfügen, um kurze Fahrzeiten zu ermöglichen. Durch automatische Kupplungen sollten sich die Kompositionen flexibel an das Fahrgastaufkommen anpassen lassen – bis zu zehnteilige Züge waren technisch vorgesehen. Die Züge sollten im kondukteurlosen Betrieb verkehren, also nur mit dem Lokführer besetzt sein. Automatische Türen waren daher Pflicht. 1971 lieferte die Industrie (SIG, SAAS, FFA) vier dreiteilige Züge Be 4/4 511–514. Zwei weitere folgten 1979. Sie waren mit moderner Thyristor-Steuerung ausgerüstet, die stufenloses Anfahren und Bremsen ermöglichte. 1988 erhielten vier Kompositionen einen zusätzlichen Mittelwagen und wurden damit vierteilig.

Betrieb und Bedeutung Nach der Einstellung des Regionalverkehrs Thusis – Filisur verkehren die Züge heute im Stundentakt auf der Linie Schiers – Chur – Thusis. In den Hauptverkehrszeiten werden sie in Doppeltraktion geführt; Dreifachtraktion ist technisch möglich und wird bei Grossanlässen eingesetzt, etwa beim Engadiner Skimarathon.

Bis zur Ausmusterung präsentierten sich die Fahrzeuge immer modern, zeitlos und zuverlässig. Mit Tagesleistungen bis zu 500 km und rund 120 000 km pro Jahr erbrachten bis zu 11 % aller Triebfahrzeugkilometer der RhB. Nach den Generalrevisionen 1989 und 2001 wurden zahlreiche Komponenten modernisiert, sodass die Fahrzeuge der RhB immer wertvolle Dienste leisten konnten. Mitterweile wurden die Züge ausgemustert und teileiwese abgebrochen. Pläne zur Erhaltung eines Teilzuges sind vorhanden.

rhb_be44_4teilig.jpg


Technische Daten

Bezeichnung

Be 4/4

Betriebsnummern

511-516

Ablieferung

1971/1979

Hersteller

SIG,FFA,SAAS

Länge des ganzen Zuges

74`800 mm

Länge Triebwagen/Zwischenwagen/Endwagen

18`700 mm

Leistung

1060 PS/780 kW

Leergewicht TW

45t

Höchstgeschwindigkeit

90 km/h

Beschleunigung

0,8 m/sec2

Breite

2700 mm

Spurweite

1000 mm

Spannung

11 kV/ 16 2/3 Hz ~

rhb_be4_4_Bild2.jpg

Es war in Surava einst ein kleines Ereignis, wenn ein Be 4/4-Pendelzug als Regionalzug Halt machte. Heute nutzen bei den wenigen Zügen, die in Surava noch halten, nur noch ein Bruchteil der Fahrgäste von damals das Perron. Be 4/4 1711 1972 in Surava

Bestand / Abbruch (Stand 2025)

Die Züge 514 und 515 sollen erhalten bleiben, die übrigen Züge wurden abgebrochen

Stand: Oktober 2025

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