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RhB ABe 4/4 IlI 51 - 56

Die 1900 eröffnete Berninabahn wurde ab dem ersten Tag elektrisch mit 1000 V Gleichstrom betrieben.

By Andreas Cadosch2 min read

Die 1900 eröffnete Berninabahn wurde ab dem ersten Tag elektrisch mit 1000 V Gleichstrom betrieben. Hauptsächlich kamen Triebwagen als Zugfahrzeuge zum Einsatz – sie ermöglichten einen flexiblen Betrieb, da je nach Verkehrsaufkommen einzelne Fahrzeuge oder kurze Züge mit angehängten Güterwagen verkehren konnten.

Der Berninapass stellte schon immer hohe Anforderungen an die Leistung der Fahrzeuge. Die Triebwagen der ersten Serien kamen in die Jahre und wurden zunehmend in untergeordneten Diensten eingesetzt. Deshalb bestellte die Rhätische Bahn Mitte der 1980er-Jahre bei SWA Schindler Wagen Altenrhein und ABB drei neue, leistungsstarke Triebwagen. Die 1985 gelieferten Fahrzeuge der Serie ABe 4/4 III 51–53 waren die ersten Triebwagen mit Drehstrom-Asynchronmotoren.

Aufbau Die Wagenkästen ähneln denjenigen der früheren ABe 4/4 II, unterscheiden sich aber durch grössere, getönte Panoramafenster. Der Einstieg befindet sich mittig und erfolgt über eine elektrisch angetriebene, vierteilige Aluminium-Falttür. Ein 1.-Klasse-Abteil mit 12 Sitzplätzen und ein 2.-Klasse-Abteil mit 16 Sitzplätzen bieten den Reisenden Platz. Die Fahrzeuge erhielten das grosse Kantonswappen Graubündens und tragen Ortsnamen der Berninabahn. Der Triebwagen ABe 4/4 III 54 wurde auf den Namen «Hakone» – nach der japanischen Partnerbahn – getauft.

Antriebstechnik Die neue Serie markierte einen Technologiesprung: Statt der bisherigen Hüpfersteuerung der ABe 4/4 II kommt eine GTO-Thyristor-Umrichtertechnik zum Einsatz. Damit war die RhB die weltweit erste Bahn, die bei Gleichstromtriebfahrzeugen GTO-Umrichter einsetzte. Ein einziger ABe 4/4 III konnte die gleiche Anhängelast befördern wie zwei ABe 4/4 II in Doppeltraktion – eine deutliche Leistungssteigerung.

Der ergonomische Führerstand bietet dem Lokführer optimale Bedienbedingungen. Die Zug- und Bremskraft wird über ein Handrad vorgegeben, das von der Leittechnik umgesetzt wird. Rechts befindet sich das Steuerventil für die Vakuumbremse des Zuges, darüber das für die direkt wirkende Rangierbremse. Zentral angeordnet sind Geschwindigkeitsmesser, Spannungs- und Stromanzeigen sowie Druckluft- und Batteriemanometer; links vom Handrad liegen die Bedienelemente für Türverriegelung und Zugsicherung.

rhb_abe4_4_lll_bild-2.jpg

Nachfolge Serie Noch vor Ablieferung der ersten drei Fahrzeuge bestellte die RhB eine zweite Serie (ABe 4/4 III 54–56), um dem steigenden Verkehrsaufkommen und den Anforderungen des Bernina Express gerecht zu werden. Die Fahrzeuge sind vielfachsteuerungsfähig mit ABe 4/4 II und Gem 4/4 sowie mit den Schneeschleudern Xrot et 9218–9219. Bei den Abnahmefahrten vermochte ein einzelner Triebwagen ABe 4/4 III die gleiche Anhängelast zu bewältigen wie zwei ABe 4/4 II in Doppeltraktion. Ein Triebwagen ABe 4/4 III hat eine Anhängelast von 95 t. Die maximale Zughakenlast am Bernina bei 70‰ beträgt 140 t

Technische Daten

typpenskizze_rhb_abe_44_lll.jpg

Ablieferung

1988 -1990

Hersteller

SWA Schindler Wagen Altenrhein / ABB

Betriebsnummern

51 - 56

Höchstgeschwindigkeit

65 km/h

Gewicht

47 t

LüP

16890 mm

Höhe

3850 mm

Breite

2650 mm

Radstand

13010 mm

Stundenleistung

1016 kW

Fahrleitungsspannung

1000 V=

Fahrmotoren

4 (420 kW)

Anfahrzugkraft

178 kn

Stundenzugkraft

108 kN

Fahrzeug Namen

51 Poschiavo UNSECO

54 Hakone

52 Brusio

55 Diavolezza

53 Tirano

56 Corviglia

Bestand / Abbruch (Stand 2025)

Die Triebwagen 51, 52 und 55 wurden abgebrochen, der 53 ist im Museum Bergün, der 54 soll zum Bahndienstfahrzeug umgebaut werden und der 56 verbleibt als historisches Fahrzeug im Bestand Stand: Oktober 2025

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