KISS Ge4/4 Kurzschluss im Getriebe
Vorgestern wurde meine Freude über die nagelneue Ge 4/4-I mit Massoth-Decoder jäh getrübt. Nach wenigen Tagen einwandfreiem Fahrens wollte ich den Decoder feinabstimmen, das Poti habe ich nachgerüstet, was KISS eingespart hat (wer fährt schon noch analog und braucht ein Poti für den Sound...), ebenso den GoldCAP-Buffer an den Lötpads. Dank an die Leute von ME die die Scnhlüsse trotzdem vorgesehen haben und den Mini-CT Stecker für das Poti!
Plötzlich aber veränderte sich der Sound beim CV-Programmieren, statt des gewohnten "Tack-Tack-Tack..." als Quittungspuls kam ein häßliches Zirpen und jede Menge Lesefehler der CV's. Das hielt auch noch an als ich die Lok wieder zerlegt hatte und den Goldcap abzog. Komisch war auch, das sie nur noch richtig in eine Richtung fuhr, andersrum nur widerwillig oder garnicht.
Auch zweiter XLS-P Steckdecoder brachte keine Besserung, da sagte das PC-Modul, welches ich zum Programmieren verwende, "Kurzschluss"...ud das hat dann auch die Hotline von MAssoth gemeint, auch bei dem Zirpen hat H. Rosch aufgehorcht: Klngt nach Kurzschluss zwischen einem Motoranschluss und einer Schiene.
Und....Recht hatte er! HEUREKA (aktgriechisch: "Ich habe es gefunden")🤩
Da sind bei der Konstruktion der neue Getriebe gleich mehrere Sachen schiefgegangen:
Der eigentlich Stecker von ME mit 10 polen wurde von KISS mit je zwei kleinen Stecker-Abschnitten "adaptiert", dort je eine Gleis- und eine Motorleitung angelötet und (bei mir!) ein ghemeinsamer Schrumpfschlahc drüber...und genau da war der Wurm drin, das hat sich mittlerweile zusammengezogen. Als ich nämlich versuchte beides zu trennen, hatte ich merken dürfen, das die miteinander verklebt wurden, aber das nach dem Ruckel und Ziehen plötzlich wieder alles lief, Kurzschluss vorrerst weg. Also, bevor das wieder auftritt uhd mir den Decoder verheizt erstemal alles aufmachen und siehe da, noch ein Problem:
Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:20 PM
Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:21 PM(Reason: Neue URL !)
Hier hat der Formenbau zuviel Material stehen lassen, der linke Kontakt liegt satt auf dem Metallgehäuse auf und hat Verbindung damit. Da der Motor bzw das Getriebe keine Verdrehnase hat kann es entweder der linke oder der rechte Motoranschluss sein, bei verbogenen Anschlussfahnen auch beide:

Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:24 PM(Reason: Neue URL !)
Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:26 PM
Mal sehen wie ich das saniert bekomme, sieht auch aus als ob man die Leitungen der Stromabnehmerkohlen durch die falschen Löcher geführt hat, weil die inneren Bohrungen eben nicht durchgängig sind, na vielleicht kann man da Bohrtechnisch aktiv werden. Daher drücken die auch noch die Anschlussfahne des Motors richtig gut ans Gehäuse, und wenn nur einer noch verbogen ist haben auch beide Kontakt, und dann ist der Decoder hin.

Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:28 PM
Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:29 PM(Reason: Neue URL !)
Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:30 PM(Reason: Neue URL !)
Ob die Kohlen nun unbedingt angelötet sein müssen oder ob die eigene Federkraft genügt um dauerhaft Kontakt mit dem Blech zu halten probiere ich beim ersten Kohlenwechsel aus, vorher gibt es keine Notwendigkeit dafür. Kleiner Zusatz aus aktueller Erkenntnis: Sie müssen angelötet sein, da die Federhülsen im Kunststoffträger geklemmt sind und eben nicht gleiten können wie in LGB's Messinghülsen der B und C Getriebe.

Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:34 PM(Reason: Neue URL !)
Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:35 PM
Naja, und hier der "Krisenherd". Wahrscheinlich werde ich die inneren Löcher durchbohren für die Stromabnahme, und die äußeren runterfeilen bis genug Luft für die Motor-Anschlussfahnen da ist. Bis dahin gilt: Ge-4/4-Fahrer aufgepasst! Sobald ein Drehgestell stehenbleibt, die Zentrale Überlast meldet oder ein merkwürdiges Zirpen vernehmbar wird, nicht weiterfahren, ihr ruiniert sonst den Decoder (egal welchen! Ob Original oder ausgetauscht). Wer kann sollte auf jeden Fall die Kurzschlusserkennung scharf schalten wenn seine Zentrale sowas bietet, und die Zeit dafür nicht zu lang wählen.
Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:37 PM(Reason: Neue URL !)
Ach ja, noch etwas: Da wahrscheinlich beide Getriebe so einen Masseschluss haben und das auch jeweils der andere Kontakt sein kann, passiert nur nichts, weil die neue Ge 4/4 ein Kunststoff-chassis hat und die Getriebe keine elektrische Verbindung miteinander haben, mal sehen wie das bei der Ge 6/6-II ist, die hat immer noch das Stahlblech-Chassis, aber wohl auch neue Getriebe in der zweiten Serie.
Aktuelle Erkenntnis, es ist genauso schlimm bei der 2. Serie der Ge 6/6, die Getriebe sind absolut identisch bei Ge 4/4 und Ge 6/6.
Edited by Becker Michael on 12/25/2009, 06:40 PM
Oha, ich mag das gar nicht lesen...da es mir fürchtet, dass mir eines Tages dasselbe Schicksal blüht. So langsam habe ich doch schon ein wenig meine Zweifel an der Fertigungsqualität oder eher der Ausführung der Kiss-Ge's. Bin mal gespannt auf deine Verbesserungen.
Gruss, Stefan
stifi schrieb:
Oha, ich mag das gar nicht lesen...da es mir fürchtet, dass mir eines Tages dasselbe Schicksal blüht. So langsam habe ich doch schon ein wenig meine Zweifel an der Fertigungsqualität oder eher der Ausführung der Kiss-Ge's. Bin mal gespannt auf deine Verbesserungen.Gruss, Stefan
Keine Sorge, sieht diesmal eher aus als wäre etwas gutgemeintes schief gegangen. Die alten Getriebe (leider habe ich keines im Original) hatten 4 Stifte oben, ähnlich LGB. Darauf passten die ESU bzw. heute MASSOTH Stecker direkt drauf. Aber da die alten dünnen Kohlen wohl nicht so gut waren hat man die neuen Getriebe etwas verändert und diesen Kunststoffteil eingebaut. Wie genau das gedacht war kenne ich nicht, aber ich versuche das mal wieder so hinzubekommen, mit 4 Stiften die in Isolierhüllen laufen. Bin schon fast unterwegs um nach Material zu suchen. Mir schweben da kleine 2,5mm Kunststoffröhrchen vor mit einem 1,2 oder 1,3er Ms-Draht drin. Wenn ich garnichts finde tut's halt Schrumpfschlauch auch. Unten muss noch ein isolierender Abschluss her wegen des Metallbodens und oben darf man die Stifte nicht herausziehen können mitsamt dem Stecker. Wer nur schnell reparieren will lötet die Drähte vom Motor ab, neue, etwas stabilere in Längsrichtung dran und Schrumpfschlauch drüber. So quer wie KISS die angelötet hat gehts das Schrumpfen nicht, siehe Bild ganz vorne. Die Dicke vom Schrumpfschlauch passt noch beidseitig ohne das man da feilen muss, das ist die ganz fixe Methode. Mal sehen wir ich den Kunststoffkleber von den Kontakten abbekomme, der ist innen ausgehärtet, Ergebnis: Null Federwirkung, aber das wirkt sich erst in Monaten/Jahren aus wenn es zu unerklärlichen Unterbrechungen kommt.
Gruss
Michael
Ach ja, Ernst Reutimann hat ein schönes Innenfoto einer neuen Ge6/6-II mit Metallchassis, da sieht man deutlich das dort die Getriebe genaus adaptiert sind wie bei meiner Ge4/4-I.
http://www.reutimann-ch.ch/Medien/Modell/707_87.jpg
[Bild nicht mehr verfügbar: www.reutimann-ch.ch/707\_87.jpg\]Und bei This Manhart sieht man die Kontakte eines alten Getriebes:
http://www.beathis.ch/lgb/ge66ii/Img_6593.jpg

Viele Grüße
Michael
Edited by Becker Michael on 03/13/2012, 06:45 PM(Reason: Reutiman-homepage verlegt)
Also meine Ge 6/6 sieht genauso innen aus wie die von Ernst, da seine digital ist hat KISS die besser kontrolliert. Meine fährt nämlich auch noch wenn man den analog-Adapter vom Motherboard abzieht, weil....na logisch, Motor und Gleisanschlüsse miteinander kurzgeschlossen waren , praktischerweise je eine Paar bei jedem der beiden Drehgestelle. Also klassischer Analogbetrieb...jetzt den Decoder drauf und schon ist er hin. Glücklicherweise hatten mich die Massoth Leute vorgewarnt und daher habe ich da erstmal eine Durchgangsprüfung gemacht. Naja, die Überarbeitung der 4/4er Drehgestelle läuft ja schon in meinem Hobbykeller, dann kommen die 6/6er dran. Dabei kann ich dann gleich noch das Mitten-Drehgestell mit Stromabnahme versehen, das geht bei dieser neuen Version viel besser als bei der alten. 😈
Davon lasse ich mir doch die Freude an den schönen Modellen nicht vermiesen.😊 Watte-Stäbchen und Trinkhalme einer großen Burgerkette sind schon besorgt und fertig zum Einbau, wie....? 😳
Kommt noch!
;)
Michael
So, dieser Artikel ist nun wieder mit Bildern zu sehen, habe soweit es ging alle Bilder auf die aktuelle URL der neuen Web-Seite angepasst. Das geht momentan nur händisch und auch so ein paar Kleinigkeiten wie " wurden plötzlich als HTML-code angezeigt nach der Übernahme auf die neue Homepage.
Die Anleitung zum sanieren der Getriebe mache ich aber unter einem neuen Thema.
Viele Grüße und noch schöne Weihnachten!
Michael
Hallo Michael,
mit Hilfe Deines Beitrages konnte ich rasch herausfinden, warum meine Ge 4/4 I nicht mehr so richtig lief. In meiner Lok hatte sich ein Kabel zum Motor gelöst.
Ich habe die Modifikationen hier dokumentiert:
http://www.beathis.ch/lgb/ge44i/ge44i.html
Gruss
Matthias
Manhart schrieb:
Hallo Michael,mit Hilfe Deines Beitrages konnte ich rasch herausfinden, warum meine Ge 4/4 I nicht mehr so richtig lief. In meiner Lok hatte sich ein Kabel zum Motor gelöst.
Ich habe die Modifikationen hier dokumentiert:
http://www.beathis.ch/lgb/ge44i/ge44i.html
Gruss
Matthias
Das wird jetzt leider bei jedem passieren der eine zweite Bauserie hat, muss passieren da das verwendete Material einfach unegeeignet ist ("stärkere" Worte verkneife ich mir). Wie gesagt, das mir den längs gelöteten Kabeln ist die schnelle Lösung, die Luxus-Version veröffentliche ich noch, ich muss nur die Bilder noch umformatieren.
Das Ergebnis aber kommt gleich als "Lockvogel"
Gruss
Michael
..nochmal, so sieht es innen aus und es geht total einfach, mit Q-Tips aus der Drogerie und 0,5mm Polystyrol Platten für wenig Geld von Conrad, ertwas Lötzinn und Kleber.
Gruss
MichaelP.S: Für die Versuche bei der Ge-4/4-I habe ich noch Wochen gebraucht, die baugleichen Getriebe der Ge-6/6-II waren in zwei Tagen fertig, so schnell geht das.
Werkzeug:
Hallo Michael,
das ist natürlich die ultimative Lösung ! Ich hoffe, dass meine Version auch ihren Dienst tut.
Ich habe übrigens noch einen Hinweis auf meine Seite gesetzt, dass die 2.Serie der Ge 6/6 II vom gleichen Problem betroffen ist, wie hier weiter oben erwähnt wurde.
Gruss
Matthias
So, nun kommt so langsam aber sicher der lange versprochene Artikel für die Sanierung der KISS Getriebe 2. Bauserie.
Im neuen Forum sind nun größere Bilder erlaubt, da wird wohl alles gut zu erkennen sein.
Als Anfang mal der Grundzustand mit den alten Leitungen mitsamt verpolten Getriebekabeln...schaut Euch mal die Abfolge der Farben an am Getriebe und an der Platine ;)


















