KISS SBB Dampflokomotive C 5/6

Kiss Spur 1 SBB C 5/6 2965
Vorbild Die Dampflokomotiven des Typs C 5/6 waren von den SBB ursprünglich für den Einsatz auf den 27 ‰ Rampen am Gotthard konstruiert worden. Durch aufkommende Konkurrenz von elektrischen Lokomotiven wurden sie aber bald in das Flachland verdrängt. Auf den Steigungen am Gotthard hatten die C 5/6 eine Normalast von 320 t bei einer Geschwindigkeit von 26 km/h, im Flachland vermochte sie einen Zug von 1000 t mit einer Geschwindigkeit von 22 km/h zu befördern. Wegen ihrer überdurchschnittlichen Leistung erhielten sie den Übernamen „Elefant“ . Während des Zweiten Weltkrieges vermieteten die SBB 16 C 5/6 an die Deutsche Reichsbahn. Sie wurden vorwiegend in Baden - Württemberg, dem Elsass und in Bayern, mit der Auflage kein Kriegsmaterial zu transportieren, eingesetzt. In den Nachkriegsjahren wurden noch einige Maschinen nach Frankreich vermietet. In beiden Fällen hatten die Bahnen nicht genügend eigene Lokomotiven, um für die Schweiz bestimmte Güter, zu befördern, weswegen die SBB ihre Dampflokomotiven zur Verfügung stellten.
Die betriebsfähige C 5/6 2978 ist nach einer aufwändigen Sanierung, durch die Dampfgruppe Zürich, wieder voll einsatzfähig im Bahnpark Brugg beheimatet, die Lok 2969 wurde vom Club Eurovapor aufgearbeitet und ist in Sulgen TG stationiert und die 2965 steht im Verkehrshaus Luzern dem interessierten Publikum zur Verfügung.
Modell Das Kiss Modell der SBB C 5/6 in der Spur 1 wurde Anfangs 2019 ausgeliefert. Das 2017 angekündigte Modell wurde in drei Versionen realisiert. Die Modelle entstand anhand von Vorbildfotos der 2965 und original Plänen von SLM. Kurz vor Weihnachten 2017 wurde das Handmuster fertiggestellt und umgehend Spezialisten, darunter ein aktiver und ein ehemaliger Lokführer der C 5/6, zur Prüfung vorgestellt. Total 120 Unstimmigkeiten wurden gefunden und protokolliert, wobei sich herausstellte, dass es sich meistens um kleine Lackierfehler oder Montagefehler, die sich bei einem Handmuster immer ergeben, handelte. In der Konstruktion mussten keine grossen Korrekturen mehr angebracht werden. So dasss umgehen die Serienproduktion gestartet werden konnte.

Typenskizze SBB C 5/6
Masse in mm | Vorbild | 1:32 | Modell | Abweichung in mm | Abweichung in % |
Länge über Puffer | 19`195 | 599 | 599-612 | -13* | -0.3 % |
Spurweite | 1`435 | 45 | 45 | 0 | 0 % |
Drehzapfenabstand | 9600 | 300 | 300 | 0 | 0 % |
Drehgestellachsstand | 2 x 2250 | 70 | 70 | 0 | 0 % |
Breite | 3090 | 97 | 95 | -2 | -2 % |
Höhe ab SOK | 4480 | 140 | 142 | +2 | -0.8 % |
Raddurchmesser neu | 1330 | 342 | 42 | +0 | +0 % |
Stromaufnahme bei 18 V | Leerfahrt | 0.32 A | |||
Stromaufnahme bei 18 V | Volllast | 1.61 A |
Das Modell wurde bewusst für den engen Spur 1Mindestradius von 1020 mm konstruiert. Dafür waren den mittleren Achsen grössere Saitenspiel zu gewähren. Kleine aber kaum sichtbare Kompromisse mussten eingegangen werden. Die Kolbenschutzrohre sind nur beim Befahren von grossen Radien ab 2500 mm einsetzbar, da sonst die Vorlaufachse blockiert würde oder am Chassis berührt und ein Kurzschluss verursachen kann. Angetrieben wird Das Modell von einem starken Bühlermotor der zentral im Bereich der Feuerbüchse beim Führerstand platziert ist. Dieser treibt über Zahnriemen und die Kuppelstangen alle fünf Achsen an. Die Zugkraft des Elefanten ist sehr hoch und macht seinem Namen alle Ehre. Kiss realisierte die Lok 2965 so wie sie heute im VHS steht, die 2978 und die 2969 wie sie Ende 2018 wieder in Betrieb genommen wurden.

Kiss Modellbahnen Spur 1 SBB C 5/6 2978 2929 und 2965
Auch wen alle drei Loks auf den ersten Blick identisch aussehen, unterscheiden sie sich doch in einigen Details. Die beiliegende Traverse mit den Zugsicherungsmagneten benötigt ausschliesslich die 2978. Viele kleine Unterschiede wurden auch in der Lackierung berücksichtig. Speiseköpfe, Schmierbecher oder die Griffstangen sind bei jeder Variante unterschiedlich. Sehr aufwändig mussten die unzähligen Leitungen von Führerstand zu den einzelnen Aggregaten realisiert werden.
Die Beschriftung der meisten Anschriften sind geätzte Schilder, einige sind so klein, dass sie nicht mehr in Ätztechnik sondern nur gedruckt realisiert werden konnten. Die Modelle werden serienmässig und ausschliesslich digital angeboten. Die Modelle sind, in beschränktem Masse, noch analog fahrbar.
Die Modelle sind mit einem ESU V4.0XL Decoder ausgerüstet. Dieser sorgt, zusammen mit dem ESU Rauchgenerator mit Zylinderdampf (Zylinderentwässerung) und den beiden Lautsprechern, für einen fulminanten Auftritt. Die Dienstbeleuchtung zeigt 3+1, für Lokzüge kann 3+rot geschaltet werden. Kenner werden aber nicht digital 3+rot schalten, sondern eine rote Plastickscheibe als Vorsteckscheibe verwenden. Die Umsteuerung ist Servobetrieben und wenn die Funktion F4 eingeschaltet ist, wird beim jedem Fahrrichtungswechsel die Schwinge automatisch in die richtige Lage gebracht.

Kiss C 5/6 2969 von der Heizerseite
Ausgeliefert wurden die Modelle mit einer vorbildlichen Schraubenkupplung. Diese lässt sich bei Bedarf gegen eine Standart Spur 1 Klauenkupplung tauschen Es empfiehlt sich aber, eine Adapterkupplung zu verwenden, damit lassen sich auch auf engen Radien die Züge mit der Schraubenkupplung kuppeln. Etwas ganz besonderes hat sich Kiss bei der Realisierung des Lokpersonal einfallen lassen. Lokführer und Heizer Figuren sind nach realen Vorbilder im 3D Scannverfahren realisiert worden. Die beiden Figuren zeigen authentische Nachbildungen von Sigi und Hanspeter, zwei gestandenen ehemalige SBB Lokführer die beide noch auf den Elefanten selber gefahren sind und grosse Verdienste in der Aufarbeitung des Vorbildes errungen haben.

Triebwerk mit Kuppelstangen, Schmierbecher und Leitungen
Kiss C 5/6 2978 von der Lokführerseite