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RhB Modell Ge 4/4 I 609

ge_4_4_i_bild1.jpg

Vorwort Nachdem KISS die RhB Ge 6/6 II Serie als Messingmodell gebracht hatte, war es eine logische Folge, auch die kleine Schwester, die Ge 4/4 I auf den Markt zu bringen. Waren doch für die Produzenten viele Einzelteile der Lokomotive bereits vorhanden oder die Pläne existierten schon. So sind Lüftungsgitter oder gar die Drehgestelle identisch mit den Ge 6/6 II Lokomotiven.
Bereits an der Nürnbergerspielwarenmesse im Jahre 2000 wurde das erste Handmuster der Ge 4/4 I vorgestellt. Ausgeliefert wurden die Modelle zum zwanzig jährigen Jubiläum des Familienunternehmens Semaphore AG, die die Lokomotiven zusammen mit KISS unter dem Label Semaphore Topline herausbringen.

Modellbeschrieb Semaphore/KISS lancierten die Modelle aus der zweiten Bauserie die in den fünfziger Jahren ausgeliefert wurden. Die Nummern 605 - 610 wurden ab Werk ohne Übergangstüre an der Lokomotivenfront ausgeliefert. Der Gesamteindruck des Modells überzeugt: Die Fülle von Einzelheiten, die originalgetreue Farbgebung und die Verwendung vorbildgerechter Materialien verleihen dem Modell jene Ausstrahlungskraft, die eben realistische Vorbildatmosphäre schafft.
Die Lok ist in feiner Handarbeit in nur geringer Stückzahl aus Messing gefertigt. Die Beschriftung mit den typischen Lettern aus Chromstahl, den Fabrikschilder aus geätztem Messing und Echtglas Fensterscheiben tragen wesentlich zum hervorragenden Aussehen bei.
Sogar die Schleifstückwippen des Sommerfeldstromabnehmers wurde durch Ausgleichsfedern veredelt.

Mechanik Auch mechanisch vermag das Modell die an sie gerichteten Aufgaben voll zu erfüllen. Der Antrieb erfolgt über zwei Hochleistungsmotoren von Bühler. Die voll gekapselten Motoren mit 7-poligem Anker übertragen die Kraft weich und rucklos, was zu einem dynamischen Fahrverhalten über den gesamten Geschwindigkeitsbereich führt. Einzelradfederung und kugelgelagerte Achsen in den Drehgestellen, verteilen die Masse von 6.8 kg (ohne Zusatzgewicht) gleichmässig auf die Schienen. R1 und realistische Steigungen von 35 ‰ mit Anhängelasten bis 18 kg meistert die Lokomotive problemlos.

⇑ Reich detaillierter Führerstand mit Schweizer Lokomotivführer

⇑ Einzeln voll gefederte Edelstahlachsen verleihen Top Laufeigenschaften

Masstabelle in mm

ge-4-4-i-massskizze_tn.jpg

Masse in mm

Vorbild

1:22,5

Modell

Abweichung in Prozent

Länge über Puffer

12100

537.8

534

-1

Länge Lokkasten

11000

489

492

+0.6

Frontachsstand

1150

51

50

-2

Pufferlänge

550

24

24

0

Dregestelachsstand

2500

111

111

0

Achsabstand Innen

3700

164

164

+0

Breite Lokkasten

2650

118

118

0

Höhe Lokkasten

3300

147

148

+0.7

Raddurchmesser

1070

47.6

47.4

-0.4

Modelle

Erhältlich waren:

605

Silvretta

606

Kesch

607

Surselva

608

Madrisa

609

Linard

610

Viamala

Beschriftung Die Beschriftungen besteht bei Vorbild aus etwa 22 mm dicken Zahlen und Buchstaben. Im Modell entspricht dies rund 1 mm . Die geätzten Beschriftungen aus 0.2 mm dickem Blech sind damit fünfmal zu dünn geraten. Dies ist zwar ein guter Kompromiss, aber eben nur ein Kompromiss. Die Beschriftungen wirken flach und die Tiefe fehlt. Deshalb wurde die Beschriftungen durch neue Buchstaben und Zahlen, die mittels Lasertechnik massstäblich aus Chromstahlblech geschnitten wurden, ersetzt. Das Resultat ist eine vorbildgerechte Beschriftung, die sich vom Original kaum mehr unterscheiden lässt. Eine solche Beschriftung ist zwar mit erheblichen Kosten verbunden, wertet aber das Modell als Ganzes wesentlich auf.

ge_4_4_i_bild6.jpg
ge_4_4_i_bild5.jpg

⇑ Lokname und Bahninitialen aus gelaserten Buchstaben

⇑ Die filigrane Arbeit hat sich gelohnt, die neue reliefartige Beschriftung

Fazit Mit diesem überzeugenden Modell setzte KISS/Semaphore die Messlatte für Modelle im Massstab 1:22,5 einmal mehr enorm hoch. Die hervorragenden Fahreigenschaften, die exakte Nachbildung der Details und die innovative Konstruktion vermögen die charakteristischen Eigenschaften des Vorbilds in die Welt der Modellbahn zu bringen. Ein Handarbeitsmodell, dass den ungebrochenen Trend zu noch mehr Perfektion deutlich macht.
Der Massvergleich bestätigt eine hohe Massstabstreue. Die Differenzen zwischen Original und Modell sind marginal und bewegen sich im Bereich von 0,3 bis maximal 2%. Die Konstrukteure von Semaphore/KISS bewiesen damit, dass es möglich ist auch auf LGB Radien Modelle mit hohen Anforderungen zu konstruieren, ohne Länge und Breite unrealistisch zu stutzen.