Liliput H0 SBB RABDe 4/4
"Domino"

3 teilige Domino RABDe 4/4 Komposition wartet in Courtlarie auf den Kreuzungszug
1984 wurden die ersten vier Prototyp-Kompositionen des RABDe 4/4 zusammen mit passenden Steuerwagen Bt ausgeliefert. Diese Züge bildeten die Grundlage des später als NPZ (Neuer Pendelzug) bekannten Regionalzugkonzepts. Nach umfangreichen Tests in der Westschweiz folgte die Bestellung von 80 Seriengarnituren. Da die finanziellen Mittel begrenzt waren, kamen anstelle neuer Zwischenwagen umgebaute Einheitswagen mit kondukteurloser Betriebsführung (KLB) zum Einsatz. Eine zweite Serie mit weiteren 42 Trieb- und Steuerwagen folgte, nun mit klimatisierten Führerräumen. Über die SBB wurden zusätzlich 12 Garnituren für Privatbahnen beschafft, sodass insgesamt 134 Kompositionen entstanden. Die Triebwagen haben eine Leistung von 1650 kW bei einem Gewicht von 70 t , erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h, und weisen eine Länge über Puffer von 25 m auf. Die RABDe 4/4 können Vielfachgesteuert werden. Die meistens NPZ sind auf Namen von Ortschaften getauft und dem jeweiligen Wappen versehen an denen die Züge verkehren verkehren. Es kommt aber nicht selten vor, dass eine NPZ Garnitur viele Kilometer entfernt vom eigentlichen Taufnahmen im Einsatz sind.
Farbgebung
Die Prototypen erhielten unterschiedliche Farbvarianten. Das später übernommene Serien-Design in Weiss/Blau mit gelben Türen wurde früh erprobt, jedoch zunächst noch ohne die rote Front. Die frische, helle Erscheinung hob sich deutlich von der zuvor vorherrschenden Einheitsgrün-Landschaft ab und brachte dem Zug den bis heute beliebten Spitznamen «Kolibri» ein. Die Fahrzeuge wurden über einen langen Zeitraum als moderne komfortable Regionalzugskompositionen eingesetzt. Als das Zeitalter der S-Bahnen auch in der Schweiz Einzug hielt, wurden sie auch als S-Bahnen verwendet. Ausser bei der S-Bahn Zürich, die Doppelstockzüge bevorzugte setzen die S-Bahn Basel, S-Bahn Bern, Ostwind, Réseau express vaudois und die Region Ticino-Lombardei auf dieses Betriebskonzept. Für das Glarnerland, werden fünfteilige NPZ Kompositionen im hochwertigen Pendelverkehr eingesetzt. Die im Stundentakt verkehrenden "Glarnersprinter" verbinden das Glarenrland inner kurzer Zeit mit der pulsierenden Metropole Zürich. Nach bald mehr als 20 Jahren Einsatz nähern sich die Trieb- und Steuerwagen der 1. Serie langsam aber sicher dem Zeitpunkt für eine umfassende Hauptrevision. Während es sich für die Trieb- und Steuerwagen lohnt, eine umfassende Sanierung durch zu führen, hat man sich bei den als Zwischenwagen eingesetzten EW I und EW II zum Abbruch entschieden.
Hauptrevision
Die Trieb- und Steuerwagen wurden bis fast auf das Grundgerieppe zerlegt. Vom Rost befallene Teile wurden ersetzt. Die Fahrzeuge erhielten eine komplett neue Traktionsleistungselektronik und eine neue Zugbuselektronik. Die Antriebsleitung wurde belassen. Der Fahrgastraum wurde mit einer Klimaanlage, Kundeninformationsystem und Videoüberwachung ausgerüstet. Sitze und Bodenbeläge wurden ersetzt. Die Züge wurden mit Taster für die Halteanforderung ausgerüstet.
Die RABDe 4/4 sollen neu in einem Modul-Konzept eingesetzt werden. Zwei-, drei-, vier- oder fünfteilige Züge, werden aus den Trieb- und Steuerwagen zusammen mit den neuen Zwischenwagen, zu permanent gekuppelten Kompositionen zusammengestellt. Die Endwagen verfügen über keinen Anschluss für die Zugsammelschiene mehr und sind daher nicht mehr in der Lage, wie ursprünglich mit weiteren Verstärkungswagen zu verkehren. Die Modernisierung der ganzen Flotte wurde durch die SBB eigenen Industriewerke Yverdon für die Triebwagen und das Werk Olten für die Steuerwagen vorgenommen. Gemäss Planung wird die Modernisierung bis ins Jahre 2013 abgeschlossen sein.
Wesentliche Neuerungen:
neue Traktions- und Zugbustelektronik
Klimatisierter Fahrgastraum
Kundeninformationssystem und Videoüberwachung
neue Sitze, Bodenbeläge, Halteanforderungstasten
Niederflur-Zwischenwagen
Nochmals die bereits sehr überalterten EW I und EW II Zwischenwagen aufzubereiten war aussichtslos. Die SBB wollte bei der Industrie neue Zwischenwagen bestellen. Diese sollten auf den aufgearbeiteten Drehgestellen der EW I und II rollen. Kein Anbieter war jedoch bereit dieses Unterfangen umzusetzen. Denn man wollte nicht die Garantie übernehmen für die uralten Drehgestelle. Stadler und Bombardier boten ein ähnliches Konzept an; den Zuschlag erhielt Bombardier. Die neuen Wagen verfügen über groszügige Multifunktionszonen und einen rund 50 % umfassenden Niederflurbereich mit Schiebetritten für niveaugleiche Ein- und Ausstiege.
In jüngster Zeit hat sich die Mode eingeschlichen, Eisenbahn Fahrzeugen prägnante Namen zu verleihen. ALLEGRA, TALENT oder SPATZ bei Schmalspurbahnen, KISS, NINA, LöTSCHBERGER bei den Vollbahnen sind nur einige Beispiele. Die BLS pflegt dabei auch noch streng die Gleichberechtigung zwischen der männlichen und weiblichen Form. So verkehrt bei der BLS neben den NINA Zügen auch ein NINO und auch eine LÖTSCHBERGERIN verkehrt auf dem Netz der BLS schon länger. Die SBB wollten dem gleich ziehen, verzichteten aber beim DOMINO dann doch auf die konsequente Umsetzung der Gleichberechtigung. Seit der Inbetriebnahme der MUTZ Triebzüge ist auch bei den BLS der ungebrochene Drang zur Konsequenten Namensgebung in männlicher und weiblicher Form in der Zwischenzeit etwas verflogen.
Liliput H0 Modell
LILIPUT Domino RABDe 4/4 in HO
Liliput bot bereits früher ein NPZ-Modell (Triebwagen + Steuerwagen) an. Dieses war formtreu, jedoch durch den einseitigen Motorantrieb an Steigungen nur begrenzt leistungsfähig. Zwischenwagen mussten separat von Roco oder Lima ergänzt werden.
Die aktuelle Generation des Liliput NPZ "Domino" ist eine vollständige Neukonstruktion und hat mit dem früheren Modellen nichts mehr gemeinsam. Liliput bietet den Domino individuell erweiterbar an. Den RBDe 4/4 und den Steuerwagen ABt zusammen mit einem Zwischenwagen B in einem Grundset. Dazu separat zwei Zwischenwagen B in einem Zusatzset. Neu sind sowohl der Triebwagen wie auch der Steuerwagen mit je einem Drehgestell motorisiert. Wie das Vorbild, lassen sich der Domino nur noch unter sich kuppeln. Wobei es für einen einwandfreien Betrieb zwingend Notwendig ist, mindesten den RBDe und den ABt zusammen zu kuppeln. Der motorisierte ABt und die Zwischenwagen werden über eine stromführende Kupplung mit Strom versorgt.
Die einzelnen Fahrzeuge verfügen über eine Innenbeleuchtung und LED Stirnbeleuchtung in Fahrtrichtung wechselnd. Wie auch beim Vorbild, sind die neuen LED Beleuchtungen sehr hell. Der Zug verfügt dank seinem neuen Antriebskonzept über genügend Traktionsleistung um fünfteilig problemlos eine 33‰ Steigung zu meistern. Die beiden starken Motoren über den Enddrehgestellen sind mit Schwungmassen versehen und weisen eine gute Laufkultur aus. Für digitalfahrer ist der Triebwagen mit genügend Platz ausgerüstet um den Decoder und den Lautsprecher für den Sound zu platzieren. Diese Bauteile werden unter den Dachaufbauten über der Einstiegstüre eingebaut.
Das Modell ist sehr fein detailliert. Anschriften, Drehgestelle, Wagenkästen lassen keine Wünsche offen. Der Zug ist mit Anschriften für den Regionalverkehr in der Westschweiz versehen, er verkehrt mit Ziel Biel/Bienne. Vorsicht ist mit den Scheibenwischer geboten. Diese sind leider nicht ganz in der richtigen Stellung angebracht. Ob sich die stromführende Kupplung über die Jahre bewährt muss sich noch herausstellen.
Digital mit ESU DCC/SX Decoder
Der 21polige ESU Decoder wird unter der mittleren Dachabdeckung eingebaut. Er kann direkt auf die Schnittstelle gesteckt werden. Die Werte müssen über eine DCC Zentraleinheit programmiert werden, steuern lässt sich das Modell aber auch über eine Selectrix SX Zentrale. Um optimale Fahreigenschaften zu erhalten haben sich folgende Werte bewährt:
CV 2 Minimlageschwindigkeit auf 1
CV 3 Beschleunigungsverhlaten auf 64
CV 4 Bremsverhalten auf 64
CV 5 Maximal Geschwindigkeit auf 20
CV6 Mittengeschwindigkeit auf 10 (zwingend kleiner als CV 5)

LILIPUT Domino RABDe 4/4 in HO