Endlich ist es auch bei mir soweit, der Bau der Gartenbahn kann beginnen. Es wird eine einfache Rundstrecke mit 3 gleisigem Bahnhof und einem Abstellgleis. Verbaut werden 5 Weichen und ca. 75 Meter Gleis. Kleinster Radius wird dem LGB R5 entsprechen. Flacher Garten ohne Steigungen, lediglich eine Brücke ist eingeplant (später dann sicher noch ein Tunnel und Bahnübergang). Nach nächtelangem, meditativem 3er Schwellenblöcke zusammenklippsen und auf Edelstahlprofile aufziehen steht nun das Trainli Schienenmaterial bereit. Die Elektroplanung ist gemacht - Masterpiece eines Elektroingenieurs im Ruhestand (mein Vater).
Zum Trasseebau noch ein paar Fragen. Mir gefällt die auf diesem Portal vorgestellte Methode mit Aushub, verdichtetem Kies und Rasenkantensteinen für die Strecke und Gehwegplatten für den Bahnhof.
wie tief würdet ihr den Aushub machen? Auf den Fotos scheinen es nur einige, wenige Zentimeter zu sein?
ich würde noch ein Unkrautfliess zwischen Ausstich und das einzufüllende Kies machen - hat jemand Erfahrung damit?
würdet ihr die Schienen auf den Rasenkanten und Gehwegplatten verankern/festschrauben? Oder nur lose drauflegen?
auf Youtube hat einer noch Gummi Unterlagen für unter die Waschmaschine zurechtgeschnitten und unter seine Gleise gelegt, damit sie sich in der Höhe vom Steinuntergrund abheben und es dann mehr nach Schotterbett/Bahndamm aussieht - hat jemand Erfahrung damit? (sieht natürlich besser aus, als die Gleise direkt auf die Steine und dann einschottern!)
besagter hat auch noch eine Schicht Dachpappe (Bitumen) auf die Steine geklebt - das würde ich eher nicht machen...
Danke schon mal im Voraus für Eure Antworten und Tipps.
Beste Grüsse
Marc
**Schönen Gruss
HJ
Hans-Joerg Mueller
Coldstream BC Canada
RhB - ganz weit im Westen von Canada ca. '69 bis '75. Als die RhB noch vorwiegend grün und wenig(er) verschandelt war.
Ausserdem alles nur Adhäsionsbetrieb **
Mein Quertragwerk für den Bahnhof Filisur ist bestellt. 1m lang - wenn es passt, werde ich den Bahnhof Filisur mit Oberleitungsmasten ausstatten - keine Drähte - aber die Masten.
Liebes ForumEndlich war es soweit. Die erste Testfahrt auf meiner Gartenbahn konnte erfolgreich absolviert werden 🤪Vorausgegangen war eine kleine Odysse - aber das kennen vermutlich die meisten von Euch aus eigener Erfahrung. Nächtelanges Zusammenklipsen von 3er Schwellenpaketen, Einziehen der Edelstahlprofile und abgräten, immer wieder erneutes Ausmessen des Gartens und Festlegen des Streckenverlaufs aus dutzenden Varianten. Dann im September lieferte der Baumarkt meines Vertrauens 7 Tonnen Material (Gehwegplatten, Rasenkantensteine, Vlies, Split, Rohre für Elektroleitungen, Elektrokabel, Werkzeug, Garette, etc...). Interessant: das Material wurde online bestellt und in 2 Tranchen termingerecht geliefert und die Lieferung kostete total nur unglaubliche CHF 133.70 - den Gartenbahner freuts. Dann Aushub 25cm, verdichten, auslegen mit Vliess und füllen mit Split. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für all Eure guten Ratschläge - die waren Gold wert beim Bau. Schienen biegen (Minimalradius R5 konnte eingehalten werden), verlegen, Ringleitung anschliessen und erster Test der Digitalzentrale (Z 21 XL von Roco). Einzigartiges Erlebnis: hat unerwartet alles beim 1. Mal funktioniert (hatte da mit mehreren Sessions gerechnet) 🙂Jetzt das Trassee mal über den Winter ruhen lassen und schauen wie das Ganze im Frühling aussieht. Und dann kommt nächstes Jahr (oder besser die nächsten Jahre) der schöne Teil, Einschottern der Gleise, Gestaltung der Landschaft im Garten, Betonieren von Bahnsteig und Bahnübergang, Bau eines kleinen Tunnels, etc. Bezgl. Oberleitung bin ich noch stark am schwanken - wäre schon schön (evtl. nur die Masten ohne Fahrleitung), aber unglaublich heikel im Garten (wohne auf dem Land mit Katzen, Hunden, Füchsen, etc.). Und das Rollmaterial will ja auch mal ausgepackt und bewegt werden... Einfach ein schönes Hobby! LG Marc
Zum eigentlichen Thema:
Ich musste damals auf kleiner Fläche sehr viele Steigungen und hohe Trassen unterbringen. Deshalb ging nur Betonieren. Alle Gleise wurden verdübelt und geschraubt. Verwerfungen wegen Temperaturschwankungen hat es in den fast 40 Jahren nicht gegeben. Die Dübel konnten jetzt sogar für den Neuaufbau mit den Edelstahlgleisen (Train.li/Stephan Flück) weiterverwendet werden.
thend schrieb:
Hallo Marc,hier ein Bild von dem Sedum-Schutzstreifen:
Gruß
Thomas
cool, habe ich auch. Aber eher zufällig......meine Frau und ich haben überlegt, was man zwischen den Sandsteinmauern und dem Trasse machen kann, um "spontanen Beiwuchs" (Unkraut in der Sprache dere Gärtner...) zu vermeiden. Da haben wir eben dies gepflanzt.
Es gedeiht so gut, das es sich langsam aber stetig an der ganzen Strecke entlang ausbreitet.
Allerdings auch in den Spalten der Kantensteine, aber Okay, lieber das als Gräser etc.
Kann man auch gut mit der Kantenschere "rasieren". Das entfernte einfach in eine noch unbewachsene Ecke legen, ein großer Teil davon wächst spontan wieder an. Da gibt es noch so ein paar Semper-Vivum Gewächse.
Grüße und eine schöne Woche, hier werden es knapp 40 Grad werden.
Michael
Bearbeitet von Becker Michael am 18.07.2022, 08:53
Die Faeden von Stihl bestehen (seit 4 [?] Jahren) aus einem anderen Material und halten im Vergleich zum Gardena-Material um ein vielfaches laenger.
Scheinbar ein Vorgabe aus dem kommunalen Bereich.
Ebenso wie einige Kommunen Auftrage nur noch an Betriebe ohne Verbrenner-Geraete geben.
Einen Rasentrimmer hätte ich prinzipiell auch gern, hatte ich auch schon mal. Aber was mich stört, ist, dass die Fäden aus Plastik sind. Und die Vorstellung lauter Plastikkrümel im Garten zu verteilen finde ich unschön. Deshalb habe ich den wieder verkauft. Eine Anfrage bei Gardena, ob auch Schnüre aus kompostierbarem Plastik in Vorbereitung seien, wurde mir in etwa so beantwortet, dass man zwar daran forsche, aber noch nichts Greifbares da wäre. Sobald es das gibt, bin ich wieder mit dabei ;)
Macht zwar Spaß, aber auch Arbeit. Aber auch Spaß.
Ja nur finde ich hier vor allem billige Terassendielen, meist mit Hohlprofilen. Flexible Streifen/Latten wie auf den Fotos habe ich noch nirgends gesehen. Bei mir auf einer unebenen Wiese wäre das vermutlich schneller gebaut als 30cm tief zu Graben um Platten zu legen.
noch ein Wort zur Kurvenüberhöhung und maßstäblichen Geschwindigkeit...
100km/h bedeuten in 1:22,5 wenn ich richtig rechne 1,23m pro sec,, dh. in 5 Sekunden werden 6,17m durchfahren.
Bei meinen Versuchen war das auch in einer überhöhten R5 Kurve ein grenzwertiges Gefühl...😱
Beim Weltrekord von 167km/h wären das schon 2,06m pro sec. oder 10,3m in 5 Sekunden, das habe ich nur mal mit einer Playmobil Lok nachgestellt.
Herby und ich haben genau deswegen so tief (Spatentief) ausgehoben, damit auch bei mir die Oberkante der Kantensteine/Platten in einer Linie mit dem Rasen liegt.
Und die Steine sind schon alleine 5cm dick. Genau wie Thomas sagt, mit dem Stampfer erst die Erde, dann die Splitpackung feststampfen, dann Platten drauf und festklopfen. Es dauert einige Zeit bis man heraus hat wieviel Split man schütten muss bis man beim Festklopfen auch die Höhe hält, Üben, Üben, Üben und eben notfalls auch mal Platte/Kantenstein wieder raus und Split wegkratzen oder nachfüllen...
Runtergraben wie khim schreibt, bis gewachsener Boden kommt, kann man nur, wenn man festen Boden hat, sitzt man wie ich auf einer Eiszeitlichen Endmoräne des Flussbettes (was heute der Rhein ist) hat man 12 Meter Sand und danach Grundwasser.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, das "auf Sand gebaut" genau das Gegenteil ist von dem was man damit meint, für Gebäude die zweitbeste Art des Untergrundes (die Beste wäre Kies), gleichmäßig und stabil, bloß muss man alles Schalen, sogar ein popeliges Loch für einen Zaunpfahl....so haben unsere Hütten die Bombentreffer der benachbarten Industrieanlagen überlebt, schön abgefedert.
Ein Überwuchern durch Rasen habe ich nicht, aber es gibt mit der Zeit einen Wulst weil an den Kanten der Rasen nicht niedergetreten wird, da kommt bisweilen einfach der Stampfer zum Einsatz. Mähen tue ich einfach drüber über die Gleise, 3cm Rasenhöhe passt so gerade.
Leider mögen die Ameisen den Sand auch und tragen diesen aus.
einmal im Jahr mache ich Großputz, leider nötig, ich habe an einigen Stellen ein Moosproblem auf den Steinen.
Da bin ich froh das ich keine Gleisschotterung habe, hier geht die Spachtelmethode, Gleise runter und Moosbelag abheben.
ich kann mich den Vorrednern hier größtenteils anschließen, auch ich habe die bewährte Split-Rasenkantensteinmethode gewählt und die Gleise liegen bei mir seit bis zu 9 Jahren sehr gut.
Zu dem Flies hattest du noch nach Erfahrung gefragt; die habe ich, und ich bin zufrieden. Es wächst nichts durch. Ich habe das so geschnitten, dass ich es noch seitlich um die Steine legen kann. Aber nicht so hoch, dass man es nachher sieht. Ich denke dieses Bild sagt sehr viel aus:
Mittlerweile zweifle ich aber an der Methode, wegen Plastik im Garten... müsste mal rausfinden, was für eine Art Kunststoff das ist.
Ich möchte noch ergänzen, dass ich damals die Oberkante der Steine fast gleich der Oberkante des Rasen gemacht habe. Heute würde ich die Steine vielleicht etwa 2cm höher legen. So, dass das Niveau eben über dem Rasen ist, aber nicht so hoch, dass der Rasenmäher beim Drüberfahren kaputt geht.
Zudem hat mich immer gestört, dass der Rasen so schnell über die Gleise wächst. Eine Lösung wäre den Rasen abzustechen, aber der entstehende Erdstreifen ist nicht schön und bei Regen spritzt dann alles auf die Schienen. Meine Lösung ist Sedum Coral Carpet, eine besonders niedrig wachsende Sorte. Zwar wächst auch diese irgendwann übers Gleis, aber deutlich langsamer und auch nicht so hoch. Einmal im Jahr muss ich dann doch den Rasen abstechen, aber nur, damit er nicht übers Sedum wächst.
Und schön den Boden stampfen vorher, damit er nicht nachher zusammensackt. Am besten lässt du den Boden auch nach dem Ausheben ein bisschen Ruhen, damit die Ameiesen weglaufen und sich in Sicherheit bringen können ;)
Gruß
Thomas
Bearbeitet von Amend Thomas am 14.07.2022, 22:58
Macht zwar Spaß, aber auch Arbeit. Aber auch Spaß.
Hallo in der Runde,
auch ich habe die Kurven überhöht, sieht einfach besser aus und wie Andreas sagte ich es beim Vorbild auch so, selbst bei den Schmalspurbahnen im Harz oder in Sachsen.
So wie Herby habe ich aussen 2 oder 3mm Draht untergelegt und dann geschottert. Echt toll beim Radius vom 3 m!!
Unterbau sind bei mir Platten von 40 x 20 cm da wird in den Kurven der Spalt mit Beton zugeschmiert.
Untergrund : Ausschachten bis man auf gewachsenen Boden kommt auch wenn es mal etwas tiefer ist. Habe dann mit Pflastersteinen 10 x 20 cm Stützfundamente gemauert wo die Platten (Stossstelle von zwei Platten) aufliegen können.
Etwas mehr Arbeit aber es lohnt sich wenn man die Strecke langfristig betreiben will. Liegt bei mir ca. 20 Jahre und nur an einer Stelle habe ich vor kurzem mal etwas nacharbeiten müssen.
Das ist nur aufgefallen weil meine 82 cm EW2 da schon mal entgleisten.
Gruss Klaus
die Überhöhung kann man wie Andreas schon schrieb mit den Rasenkantensteinen realisieren. Am besten passt sich dann Flexgleis an, das in die überhöhte Kurve hineingebogen wird und dann erst abgelängt.
Auf Plattenbelag erzeuge ich die Überhöhung durch Unterlegen von 2,5mm² schwarzem Schaltdraht.
"...hat jemand überhöhte Kurven (also Kurven mit Neigung wie im Original) ..."
Ja. Überhöhung mit den Rasenkantenplatten vorbereiten, dann das Gleis biegen, was dann die definitive Überhöhung gibt. (sie verbiegen sich leicht in eine Überhöhung)
Hallo zusammen
Herzlichen Dank für die aufschlussreichen Antworten. Ich denke die Variante Aushub, mit Kies/Schotter auffüllen, verdichten und Platten/Rasenkantensteine drauf ist bewährt und die werde ich anwenden.
Frage: hat jemand überhöhte Kurven (also Kurven mit Neigung wie im Original) auf den Rasenkantensteinen verwirklicht? Wie könnte dies gemacht werden? Bereits im Unterbau oder den äusseren Kurventeil unterlegen?
**Schönen Gruss
HJ
Hans-Joerg Mueller
Coldstream BC Canada
RhB - ganz weit im Westen von Canada ca. '69 bis '75. Als die RhB noch vorwiegend grün und wenig(er) verschandelt war.
Ausserdem alles nur Adhäsionsbetrieb **
hier im oberbayrischen Raum gibt es von schneereichen Wintertagen bis italienische Gluthitze alles. Bloß die Schienen nicht festschrauben, lieber weite Bögen als schnurgerade Strecken verlegen.
Sinnvoll ist sicher das spatentiefe Ausheben, da haben wir bei Michael ganz schön geschuftet, aber die Langzeitstabilität belohnt einen.
Inzwischen lege ich auch Stecken auf 16/32er Kies an, der lässt sich später einfacher reinigen (wie Schottertausch im Original)
Im schwierigen Terrain (Waldboden mit Wurzeln) wo ein Aushub schwer möglich ist, wird betoniert und anschließend mit Betonspachtel nivelliert.
Vom Einschottern habe ich bisher Abstand genommen, da ich zur Reinigung einen Laubsauger einsetze und im Winter die Strecke durch die Baumregion gleislos mache.
Grüsse
Herby
Bearbeitet von Herbert Schneider am 13.07.2022, 14:51
Es gibt auch Gartenbahner, die Schotter schlicht in einen
10cm tief ausgehobenen und mit einem Vlies ausgelegten Graben fuellen und die Gleise darin schwimmend legen.
Nachschottern ist dann 1-2x p.a. erfoderlich.
Michael
Bearbeitet von Monscheuer Michael am 13.07.2022, 07:14