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RhB Traktoren Tmf 2/2 85-90 und Tm 2/2 111-120

RhB Tmf 2/2 85-90 Tm 2/2 111-120 Wieder einmal mehr war die Überalterung von Fahrzeugen der Grund dafür, dass eine neue Lösung gesucht und zur Evaluation für ein neues Triebfahrzeug geführt hat. Die überalterten Rangierfahrzeuge Tm 2/2

Von Andreas Cadosch3 Min. Lesezeit

RhB Tmf 2/2 85-90

Tm 2/2 111-120



Wieder einmal mehr war die Überalterung von Fahrzeugen der Grund dafür, dass eine neue Lösung gesucht und zur Evaluation für ein neues Triebfahrzeug geführt hat. Die überalterten Rangierfahrzeuge Tm 2/2 15-26 mussten von ihren vielfältigen Aufgaben entlastet werden. So entschloss man sich bei der RhB neue, leistungsfähige Rangierfahrzeuge anzuschaffen. Das Pflichtenheft sah den Einsatz auf grösseren Bahnhöfen im Rangierdienst aber auch den Einsatz auf der Strecke für leichtere Güterzüge vor. Das Antriebskonzept sollte von den 1985 in Betrieb genommenen Baudienstfahrzeugen Tm 2/2 81 und 82 übernommen werden und die Fahrzeuge wurden 1989 bei der Firma Robert Aebi in Regensdorf ZH in Auftrag gegeben.

Design Die Traktoren weisen das Typische aussehen von Rangierfahrzeugen dieser Epoche bei Normal und Schmalspurbahnen auf. Durch eckigere Formen macht das Fahrzeug aber einen modernen Eindruck und die leuchtend orange Farbgebung, die nicht nur der Sicherheit, dient unterstreicht diesen Eindruck. Führerstand und Einstiegsplattform befinden sich hinten am Fahrzeug, Motoren und Aggregate sind unter dem Vorbau im vorderen Teil des Fahrzeugs untergebracht. Auch vorne ist eine Rangierplattform vorhanden. Die Stossbalken an denen sich der Puffer und die Kupplung befinden sind mit schwarz/gelben Warnstreifen versehen um auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

Konstruktion Der Lokrahmen ist eine geschweisste Stahlkonstruktion in der die Radsätze über vier Rollfederelemente Typ Clouth gelagert sind. Der sechs Zylinder Cummings Diesel-Motor befindet sich darüber und treibt über ein drei Gang, elektrohydraulisch geschaltetes Getriebe mit Drehmomentwandler beide Achsen an. Für den verschleisslosen Bremsbetrieb ist eine Wirbelstrombremse Typ „TELMA“ eingebaut, deren Bremskraft bis fast zum Stillstand genutzt werden kann.

Führerstand Den Führerstand betritt man durch eine an der hinteren Führerstandswand eingebauten Türe, die über die Einstiegs-/Rangierplattform über beide Fahrzeugseiten bestiegen werden kann. Der Führerstand ist für ein Schmalspurfahrzeug sehr geräumig und bietet dem Fahrzeugführer hohen Komfort und gute Rundumsicht was bei Rangierarbeiten ein Sicherheitsaspekt darstellt. Die Bedienung des Fahrzeugs erfolgt hauptsächlich über eine Funkfernsteuerung. Dadurch konnte auf einen herkömmlich gestalteten Führertisch verzichtet werden, da die Funkfernsteuerung wie ein Bauchladen am Körper des Lokführers angehängt wird und dadurch dem Bediener auch das Steuern des Fahrzeugs vom Boden oder von der Rangierplattform aus ermöglicht. Beim Betrieb ausserhalb des Führerstand ist die maximale Geschwindigkeit des Fahrzeugs auf 30km/h begrenzt. Wird die Fernsteuerung im Führerstand auf einer „Adressierstation“ eine Art Dockingstation auf dem Führertisch betrieben, kann mit der Fahrzeughöchstgeschwindigkeit von 50km/h gefahren werden.

Elektronik/Bordelektrik Die elektrische Bordnetzspannung beträgt wie bei der RhB üblich 24V. Die elektrischen Apparate sind in einem Universalschrank an der vorderen Führerstandswand untergebracht. Eine Fahrzeugleittechnik steuert und überwacht diverse Funktionen des Fahrzeugs. Fahr- und Bremsbefehle werden vom Lokführer über die Funkfernsteuerung und ein Locksteuergerät an die verschiedenen Komponenten weitergegeben wobei sie immer zuerst auf Authentizität überprüft werden. Das Fahrzeug wird über nur einen zentralen Fahrhebel gesteuert. Sowohl die Zugkraft wie auch die Bremsen werden über diesen Joystick gesteuert. Ein Rechner sorgt dabei bei kritischem Schienenzustand auf die optimale Zug-/Bremskraftübertragung von Rad-Schiene. Kommt das Fahrzeug ins Schleudern beim Anfahren oder gleiten beim Bremsen, leitet die Steuerung automatisch die nötigen Massnahmen ein, ohne dass der Fahrzeugführer Einfluss nehmen muss.

Einsatzgebiet Die Tmf 2/2 stehen auf Stationen wie Davos, Klosters, St. Moritz oder Pontresina im Einsatz, können aber auch für Überfuhrzüge auf der Strecke eingesetzt werden. Zwei Jahre nach der Ablieferung der ersten Serie, wurde noch ein weiteres Fahrzeug (Tmf 2/2 90) nachbestellt.

rhb_tmf2_2_typenskizze2_tn.jpg

Technische Daten

Typenbezeichnung

Tmf 2/2

Indienststellung

1991/92 und 1994

Betriesbnummern

85-90

Gewicht

24t

Länge über Puffer

7490mm

Höhe

3600mm

Kastenbreite

2700mm

Radstand

3750mm

Höchstgeschwindigkeit

50km/h

Anzahl Fahrmotoren

1 Dieselmotor

Anzahl Zylinder

6

Leistung

205kW

Anfahrzugkraft

78kN

Stundenzugkraft

30kN

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RhB Traktor Tm 2/2 111-120


Nachkonstruktion Schliesslich beschaffte die RhB im Jahr 2002 bei SCHÖMA eine Nachbauserie der Traktoren Tmf 2/2, die Tm 2/2 111 bis 120. Die Fahrzeugen sind fast in allen Bereichen baugleich wie ihre Vorgänger, allerdings verzichtete man auf die (nur selten verwendete) Funkfernsteuerung. Diese Traktoren besorgen den Rangierdienst auf grösseren Stationen wie beispielsweise Thusis, Ilanz oder Davos Platz.

Technische Daten

rhb_tmf2_2_typenskizze_tn.jpg

Typenbezeichnung

Tm 2/2

Indienststellung

2002

Betriesbnummern

111-114

Gewicht

24t

Länge über Puffer

7490mm

Höhe

3600mm

Kastenbreite

2700mm

Radstand

3750mm

Höchstgeschwindigkeit

50km/h

Anzahl Fahrmotoren

1 Dieselmotor

Anzahl Zylinder

6

Leistung

205kW

Anfahrzugkraft

78kN

Stundenzugkraft

30kN

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